Gastro und Wohnraum statt Libre und Glücklich

+
So soll der Kratzer-Keller künftig überbaut werden.

Landsberg – Das „Libre“ ist geschlossen, für das „Glücklich“ entfiel daraufhin die Rechtsgrundlage. Nun aber gibt es ein neues Konzept für den ehemaligen Kratzer Keller. Entstehen sollen ein Restaurant mit Biergarten und zusätzlich eine Menge Wohnbebauung.

Das von „tröger architekten“ aus München entworfene Vorhaben soll das Erscheinungsbild des ehemaligen Kratzer Kellers aufgreifen. Geplant ist ein halb­runder Überbau des Gewölbekellers an der Ecke zur Saarburgstraße, ein großes Gebäude, ähnlich dem bestehenden, für Wohnungen und gastronomische Nutzung, sowie ein rückwärtig gelegenes zusätzliches Mehrfamilienhaus. Aufgrund der erstmaligen Nutzung für Wohnzwecke ist die SoBoN-Richtlinie anwendbar, so dass auch geförderte Wohnungen entstehen. „Eine entsprechende Grundzustimmung der Privateigentümer liegt vor“, hieß es dazu in den Sitzungsunterlagen.

Geplant ist eine Tiefgarage, deren Ein- und Ausfahrt wie beim bisherigen Parkplatz am westlichen Grundstücksende liegen soll. Wie bei einem anderen Projekt an der Katharinenstraße hatte die Fraktion der Grünen bei der Beratung des Aufstellungsbeschlusses im Stadtrat Bedenken, dass sich PKWs beim Ausfahren aus der Garage in den Fahrradweg hinein vortasten müssen; ihrer Anregung, die Zufahrt in der Saarburgstraße vorzusehen, folgte die Ausschussmehrheit aber nicht.

Bäume wurden gefällt

Ebenfalls Bedenken hatten die Grünen im Hinblick auf den Erhalt der Bäume. Viel übrig ist ohnehin nicht mehr. Der „ausgeprägte Altbaumbestand“ mit heimischen Kastanien sei von einem Fachbetrieb untersucht worden. „Nach Feststellen eines gravierenden Schädlingsbefalls mit der Miniermotte“ seien diese Bäume „fachgerecht entfernt worden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die den Straßenraum prägenden Bäume seien ebenfalls stark geschädigt und sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden.

Den Antrag von Stadtrat ­Henrik Lüssmann, den noch vorhandenen Baumbestand in den Bebauungsplan aufzunehmen, damit wenigstens die verbliebenen Bäume geschützt sind, folgte der Stadtrat mit knapper Mehrheit. Da der Bebauungsplan aber noch erstellt werden muss, kann der Grundstückseigentümer bis zu dessen Inkrafttreten noch die Bäume fällen, die seinem Vorhaben im Wege stehen – eine Veränderungssperre beantragten die Grünen nämlich nicht. Da auch die bisherigen Bäume am Keller wegfallen, hat sich der Bauherr verpflichtet, Großbäume neu zu pflanzen.

„Warum brauchen wir für dieses eine Grundstück einen neuen Bebauungsplan“, wollte ­Wolfgang Neumeier (UBV) in der Stadtratssitzung wissen; „wir können doch mit Befreiungen arbeiten“. Stadtbaumeisterin Birgit Weber erläuterte aber, dass die Baugrenzen bislang komplett ausgenutzt worden seien; der Bau weiterer Wohnungen in zweiter Reihe wäre dann nicht möglich. Außerdem sei ein Gebietswechsel von einem Mischgebiet in ein Urbanes Gebiet geplant; bei letzterem könne der Anteil von Wohnungen überwiegen.

Daraus wurde deutlich: Beim Projekt „Kratzer Keller“ geht es in erster Linie um Wohnungsbau. Mit welcher Intensität und in welcher Qualität Restaurant und Biergarten betrieben werden, bleibt abzuwarten.

Werner Lauff

Auch interessant

Meistgelesen

24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
ADAC investiert in Landsberg
ADAC investiert in Landsberg
Kauferinger Bürger zahlen jetzt für den Straßenausbau
Kauferinger Bürger zahlen jetzt für den Straßenausbau
"Die Waitzinger Wiese reicht aus!"
"Die Waitzinger Wiese reicht aus!"

Kommentare