Neuer Chef diskutiert die Jobcenter-Zukunft

Die Zeiten der kommissarischen Leitung sind vorbei: Das Landsberger Jobcenter in der Kohlstattstraße ist nun offiziell in den Händen von Hans Nebauer. Landrat Walter Eichner und Ferdinand Pilzweger von der Arbeitsagentur Weilheim haben den neuen Chef am Freitag vorgestellt und zusammen über die Zukunft des Jobcenters gesprochen.

Der 62-jährige Nebauer will an die Erfolge seines Vorgängers Walter Fischl, der im Mai in den Ruhestand gegangen ist, anknüpfen. Unter Fischl konnte die Einrichtung schließlich mit sehr guten Zahlen aufwarten: Das 2005 gegründete Jobcenter, auch Arbeitsgemeinschaft genannt, hat laut Statistik erfolgreich gearbeitet: Waren Ende 2006 dort noch 960 Arbeitslose (ALG II) registriert, sank die Zahl 2008 auf 459 Menschen ohne beitragspflichtiges Arbeitsverhältnis. Im Dezember vorigen Jahres standen die Landsberger bayernweit an erster Stelle beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Bei seiner Arbeit will sich Nebauer besonders für die Förderung junger Menschen stark machen, um hier Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Den neuen Geschäftsführer schätzen Landrat Walter Eichner und Arbeitsagenturchef Ferdinand Pilzweger als den Richtigen für den Posten ein. Pilzweger lobte Nebauers Tüchtigkeit und verwies auf dessen Erfahrung als „Fall-Manager“ und Teamleiter im Jobcenter. So wüsste er aus eigenem Erleben, wie zu planen und organisieren ist. Der 62-Jährige selbst betont, wie wichtig die Arbeit seiner 31-köpfigen Jobcenter-Mannschaft sei. Froh ist er darüber, dass seit Entstehung der Arbeitsgemeinschaft alle Mitarbeiter gehalten werden konnten, außer denen die zum Beispiel in den Mutterschutz gingen. Derzeit betreut das Jobcenter rund 660 Arbeitslose betreut. Was die Arbeitslosenzahlen betrifft, rechnet Nebauer mit einem weiteren An- stieg. Wie die Zukunft der Arbeitsgemeinschaft aussieht, ist indes ungewiss. Welche Veränderungen kommen werden, wissen Nebauer, Pilzweger und Eichner noch nicht. Sie würden aber an der Einrichtung festhalten. Grund zur Neuorganisation der Argen gibt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember 2007. Damals waren die Argenturen für verfassungswidrig erklärt worden. Bis Januar 2011 muss eine Lösung gefunden. Nebauer hofft, dass die Zeit der Ungewissheit bald vorbei ist und klare Ansagen von der Politik kommen. Das seitens der FDP versprochene Bürgergeld, ausgezahlt durch die Finanzämter, sieht er skeptisch: „Damit zerstört man eine tragende Säule der sozialen Marktwirtschaft.“ Neben seinem Beruf engagiert sich Hans Nebauer als 1. Vorsitzender des TSV Schwabmünchen und als 2. Bürgermeister in seinem Wohnort.

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