Neue Klangwelten

Heavy Metal im Kloster St. Ottilien

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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.
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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.
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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.
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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.
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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.
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Der neue, 16 Tonnen Metall tragende Glockenstuhl in St. Ottilie ist in feierlichem Rahmen von Erzabt Wolfgang Öxler geweiht worden.

St. Ottilien – Kurz vor Weihnachten war die staade Zeit in St. Ottilien beendet. Monatelang hatten die Glocken in der Herz-Jesu-Kirche geschwiegen, nun läuten sie wieder – und zwar voller als je zuvor. Sie hängen im frisch sanierten Kirchturm in einem neuen Glockenstuhl. Zu dessen Segnung begaben sich Mönche und Besucher in luftige Höhen.

Die Brüderblaskapelle hatte bereits Übung darin, ihre Instrumente im Bauaufzug auf die oberste Plattform des Gerüsts zu bringen, das nun die längste Zeit an der Fassade des Kirchturms gestanden hat. Auch bei der Segnung des Turmkreuzes im September hatten die Musiker unter der Leitung von Pater Vianney Meister hier oben die Feier umrahmt.

An diesem milden Dezembernachmittag jedoch spielte die Blasmusik nur eine Nebenrolle. Es war vor allem das Erstläuten des nun neunstimmigen Glocken-Ensembles, auf das Mönche, Vertreter der an der Sanierung beteiligten Handwerksfirmen und Freunde des Klosters gespannt waren.

Im Zuge der Sanierung waren alle acht Glocken abgehängt und der alte stählerne Glockenstuhl entfernt worden. An seiner Stelle wurde eine Holzkonstruktion aus Eichenbalken errichtet. Hier hängt nun auch die neue – neunte – Glocke des Ensembles, die den Namen „Glaubenszeugen“ trägt. Sie schließt eine klangliche Lücke zwischen den beiden obersten Tönen.

Der Klang des Plenums – von den Mönchen augenzwinkernd „Heavy Metal“ genannt – ist voller als früher. Weicher auch, denn im Zuge der Sanierung wurde die Technik verbessert. Selbst der Winkel, in dem die Klöppel auf das Metall treffen, ist optimiert worden, was den Glocken eine möglichst lange Lebensdauer bescheren soll. Dazu dienen auch die neuen Schallschutzfenster. Dank ihnen ist die Glockenstube nun nicht mehr ungeschützt den Elementen ausgesetzt, die durch die bogenförmigen Turmöffnungen eindringen konnten und im Laufe der Zeit erhebliche Schäden anrichteten.

Insgesamt sind es 16 Tonnen Metall, die in 60 Meter Höhe am neuen Glockenstuhl aus Eichenholz hängen. Sie fungieren nicht nur im Klosterdorf als Taktgeber des Alltags. „Viele Leute haben uns gesagt: Eure Glocken gehen uns ganz schön ab“, so Erzabt Wolfgang Öxler in seiner Predigt. Ganz zu schweigen davon, wie sehr den Mönchen die gewohnten Töne fehlten. „Wir sind überglücklich, dass unsere Glocken wieder läuten“, betonte Öxler.

Für ihn drückt das Geläut Rufbereitschaft auf, sprich, „die Bereitschaft, etwas in die Welt zu rufen“. Gleichzeitig seien die Glocken „Propheten, die für etwas einstehen“ – was umso wichtiger sei in Zeiten, in denen „so viele Menschen nur rummotzen“.

Auch dem Glockenstuhl gab Öxler eine symbolische Bedeutung. Ebenso wie die Glocken ohne die starken Balken nicht läuten könnten, so brauche auch der Mensch tragfähige Strukturen, „damit das Leben zum Schwingen kommt“.
Ulrike Osman

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