Neuer Heizungsverbund? Schulsanierung in Geltendorf

In den kommenden Monaten sollen Schule und Turnhalle in Geltendorf energetisch saniert werden. Im nächsten Jahr wird dann auch noch eine neue Heizungsanlage auf der Basis regenerativer Energien eingebaut. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von rund 800000 Euro, von denen der Freistaat maximal 75 Prozent übernimmt.

Voraussetzung für die Förderung ist der Einbau der neuen Heizung, erläuterte Planer Josef Lutzenberger auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn nur dann werden auch die baulichen Maßnahmen bezuschusst: Vollwärmeschutz für beide Gebäude, neue Fenster und die Dämmung des Daches beziehungsweise der obersten Geschossdecke. Die Turnhalle wird lediglich auf der Ostseite neue Fenster bekommen, da der westliche Teil erst vor fünf Jahren modernisiert wurde. „Dafür sollten wir bei der Schule das volle Programm machen“, empfahl Lutzenberger. Demnach müssen 54 Fenster auf der Südseite des Gebäudes nicht nur ersetzt, sondern auch mit neuem Sonnenschutz versehen werden. Die alten Rolllädenkästen müssen entfernt werden, damit die Dämmplatten für den Vollwärmeschutz angebracht werden können. Der neue Sonnenschutz koste selbst in der einfachsten Ausführung, das heißt ohne Windmesser und Schnellverschließer, rund 70000 Euro, berichtete der Planer. Die verschiedenen Heizungsvarianten stellte Matthias Domke von der Münchner Firma Ebert Ingenieure vor. Er empfahl der Gemeinde Geltendorf für den Verbund aus Schule, Turnhalle, Rathaus und Bürgerhaus eine Holzhackschnitzelheizung. Geothermie biete sich nur bei Neubauten an, Pellets bedeuteten mehr Aufwand und Solarthermie liefere den besten Ertrag dann, wenn er nicht gebraucht wird, nämlich in den Sommermonaten. Für eine Hackschnitzelheizung müssen ein neues Heizungsgebäude und ein Hackschnitzelbunker errichtet werden, erklärte Domke weiter. Wie groß diese dimensioniert werden sollen, hängt davon ab, ob noch zusätzliche Gebäude angeschlossen werden. „Wir sollten mit Hochdruck an weitere Wärmekunden herantreten und sie mit ins Boot holen“, empfahl ödp-Gemeinderat Robert Sedlmayr. Er denke an den Sport- und den Alpenverein, deren Vereinsheime in der Nähe liegen, und das katholische Pfarrzentrum mit Kindergarten. „Nehmen sie sich nicht zu viel vor“, warnte Domke. „Die Gemeinde muss in Vorleistung gehen, da kommt eine Bugwelle an Investitionen auf sie zu.“ Die Nachbargemeinde Eresing schreibe mit ihrem Hackschnitzelheizkraftwerk im Gewerbegebiet nur rote Zahlen, gab Josef Weiß (CSU) zu bedenken. Und sein Fraktionskollege Benedikt Lichtenstern befürchtete einen Anstieg der Preise, da Hackschnitzel immer mehr eingesetzt würden. Nachfrage und Preise würden sicher steigen, gab Domke zu. „Aber was ist die Alternative?“ Die Preise für Heizöl und Erdgas würden vermutlich noch stärker anziehen. Kämmerin Andrea Pleintinger erklärte, für die Sanierungsmaßnahmen zahle der Freistaat Fördergelder zwischen 66 und 75 Prozent der Kosten. Der Zuschussantrag für die Heizung könne noch im nächsten Jahr gestellt werden. Für die Baumaßnahmen an den Gebäuden selbst müsse allerdings der erste Spatenstich noch heuer erfolgen.

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