Kampfabstimmung um VfL-Vorsitz

Neue Vereinsspitze gesucht: Morgen wählt der VfL Kaufering

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Bernhard Mödl will seinen Nachfolgern ein gut bestelltes Haus hinterlassen. Er tritt bei den morgigen Vorstandswahlen des VfL Kaufering nicht mehr an.

Kaufering – Bernhard Mödl tritt nicht mehr an. Der Vorsitzende des VfL Kaufering hat die letzten drei Jahre die Geschicke des größten Kauferinger Sportvereins mit seinen rund 1.900 Mitgliedern, darunter rund 900 Kinder und Jugendliche, geleitet. Sein Rückzug war und ist aber keine Überraschung, denn Mödl hatte bereits bei seiner Wahl im Jahr 2016 angekündigt, dass er dieses Amt mangels anderer Kandidaten nur „übergangsweise“ übernehmen werde. Mit Mödl will auch der gesamte heutige Vorstand zurücktreten. Die Kandidatensuche läuft auf Hochtouren, morgen ist Mitgliederversammlung.

Trotz mancher Querelen in der jüngsten Vergangenheit befindet sich der VfL Kaufering auf einem guten Weg, sagt Bernhard Mödl im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Hauptproblem sei immer das zu groß und damit zu teuer geratene Vereinsheim mit der Gaststätte „Lechau“ gewesen. „Es ist der Klotz am Bein des Vereins.“ Mödl hofft aber, dass der VfL in zehn Jahren schuldenfrei ist. Auf rund 140.000 Euro beläuft sich im Moment der Restkredit.

„Nun müssen Jüngere ran“, sagt der heute 66-jährige, der auch im Kauferinger Marktge­meinderat ein Mandat hat. Längere Zeit sah es so aus, als ob es nur eine Bewerbung für den Vorsitz gäbe. Dr. Michael Erl, Kampfsportler, Trainer und Abteilungsleiter, hatte seinen Hut in den Ring geworfen. Doch sein Konzept überzeugte den heutigen Vorstand überhaupt nicht. Nun gibt es aber möglicherweise einen zweiten Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden. Um wen es sich handelt, will die Noch-VfL-Führungsriege nicht preisgeben. Und auch der Bewerber selbst hält sich noch bedeckt.

In der jüngsten Beiratssitzung hatten, so Mödl, beide Kandidaten ihre Konzepte vorgestellt. Noch sei vieles offen und zu diskutieren. Skeptisch ist Mödl trotzdem weiterhin gegenüber der Idee des Einzugs einer privaten Institution in die Vereinsräume. „Der VfL begibt sich hier auf sehr dünnes Eis, wenn er sich eine private Einrichtung als Konkurrenz ins Haus holt.“Der Kampfsportler Michael Erl, bisheriger Leiter der Karatesparte, möchte mit der privaten „BW Kampfkunstschule Kaufering UG“ in die Lechauhalle einziehen. Laut Mödl will Erl die Gaststätte übernehmen und anstelle des heutigen Restaurants ein Cafe und einen Trainingsraum für die Kampfsportschule einrichten. Wenn das nicht funktioniert, sei auch der VfL in Gefahr, befürchtet Mödl.

Eine Vorentscheidung gab es in der Beiratssitzung nicht. Beide Kandidaten werden sich nun auf der Mitgliederversammlung morgen ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Lechau“ präsentieren und dem Votum der Mitglieder stellen.

Wie ein roter Faden zieht sich das Problem des zu groß geratenen Heimes durch die jüngere Vereinsgeschichte. Das Schreckgespenst einer Vereinsinsolvenz hängt immer noch wie ein Damoklesschwert über dem VfL Kaufering. Das darf nicht passieren, betonte Mödl, denn abge­sehen von den finanziellen Auswirkungen müssten alle Abteilungen sportlich wieder in der untersten Klasse anfangen.

Auch hatte der VfL nicht immer Glück mit den Restaurantpächtern, betont Mödl. Dazu kämen gesellschaftliche Entwicklungen, die auch vor dem VfL nicht Halt gemacht hätten. In früheren Zeiten seien Vereine im Dorfleben fest verankert gewesen und Treffpunkt für Jung und Alt gewesen. Heute betrachten viele Menschen einen Sportverein wie einen Servicebetrieb. „Man liefert die Kinder und Jugendlichen dort ab und bezahlt für die Dienstleistung“.

Persönlich betont Mödl, dass ihm der VfL natürlich auch dann noch am Herzenn liege, wenn er nicht mehr im Vorstand aktiv sein wird. Immerhin ist er seit 17 Jahren im Vorstand aktiv. Auf jeden Fall werde es eine „vernünftige Übergabe“ geben. Für den pensionierten Lehrer ist es auch selbstverständlich, dem zukünftigen Vorstand des VfL Kaufering mit seinem Wissen zur Verfügung zu stehen, wenn dieser das wünscht. Zunächst aber geht es für Bernhard Mödl nach der Vorstandswahl in den wohlverdienten Urlaub. Südamerika ist angesagt. Der Hobbyfotograf hofft, nun auch etwas mehr Zeit für die Fotografie zu haben. 

Siegfried Spörer

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