Senioren haben klare Ziele

Neuer Vorsitzender beim Seniorenbeirat: Wo die Baustellen sind

+
Der neue Vorstand des Seniorenbeirats: Brigitte Lommatzsch, Dr. Ludger Stürwald und Marlen Emhofer (von links).

Dießen – Nach nicht mal fünf Monaten im Amt trat Ute Kelm als Vorsitzende des Dießener Seniorenbeirats „aus sehr persönlichen Gründen“ zurück und verzichtete auch auf ihr Mandat. Das Gremium zeigte Verständnis und verabschiedete sie schweren Herzens. Einstimmig wurde Dr. Ludger Stürwald, bislang Schriftführer, zu ihrem Nachfolger gewählt. Das Amt des Schriftführers übernimmt Brigitte Lommatzsch und Alfred Kube rückt in den siebenköpfigen Beirat nach.

Knapp ein Drittel der 11.000 Einwohner Dießens ist älter als 60 Jahre. Während der landesweite Altersdurchschnitt 43,7 Jahren beträgt, liegt er in der Ammersee-Gemeinde bei 46,9 Jahren – Tendenz steigend! Das ist eine große Herausforderung für die Zukunft. Um die Interessen der Älteren zu wahren und sie aktiv in die Gesellschaft einzubinden, hat man in Dießen den Seniorenbeirat ins Leben gerufen. Er wird jeweils für drei Jahre von den über 60-jährigen Dießenern gewählt.

Wie aktiv der Seniorenbeirat ist, zeigte sich im Abschlussbericht der scheidenden Vorsitzenden Ute Kelm. So stehe man in ständigem Austausch mit Bürgermeister Herbert Kirsch, der auch den erstmals organisierten „Tag des älteren Menschen“ im Blauen Haus eröffnete. Ein Diskussionspunkt war die Winter-Schließung des Strandbades Riederau, wo sich neben dem Kramer-Wirt das einzige öffentlich zugängliche Behinderten-WC befindet. Kirschs Antwort sei gewesen, dass der Reinigungsaufwand während der Wintersaison in keinem Verhältnis zu den wenigen Rollstuhlfahrern stehe. Kelm: „An Kinder und Hunde wird gedacht, aber zu wenig an Behinderte und Barrierefreiheit“.

Als zu weit abseits hat sich die Mitfahrerbank in der Weilheimer Straße 9 herausgestellt. Als idealen Standort schlug der Seniorenbeirat die Arkaden an der Prinz-Ludwig-Straße 20 vor, schräg gegenüber dem Blauen Haus. Hier gab es Ortstermine mit Polizei, Gemeindeverwaltung und der Initiative mobi-LL, wobei sich noch Klärungsbedarf herausstellte: Der Gehweg ist teils Privat- und Gemeindegrund. Dr. Stürwald, der neue Vorsitzende, versprach die Sache „mit Schwung“ weiter zu verfolgen.

Ein Antrag an den Marktgemeinderat für Ruhebänke am Kapellenweg und in der Schützenstraße wurde einstimmig abgesegnet. Auf dem Weg zum Augustinum müssten viele Senioren eine Sitzpause einlegen. Laut Alfred Kube gibt es in Riederau keinen einzigen Behindertenparkplatz. Auch darum sollte sich der Gemeinderat zeitnah kümmern. Ebenso um die Ampelschaltung an der Rathauskreuzung. Für die Fußgänger sollte es einen kurzen Vorlauf geben, damit sie die Rechtsabbieger nicht übersehen. Auch die Blindenschalter an der Rathauskreuzung müssten lauter gestellt werden, da man sie bei dem hier herrschenden Verkehrslärm kaum hören könne.

Bei der Analyse der kürzlich durchgeführten Verkehrszählung würde der Seniorenbeirat gerne gehört werden. Man plädiere für eine Einbahnstraßenlösung die Mühlstraße abwärts, mehr Parkplätze und eine permanente sensorgesteuerte Geschwindigkeitsmessung. „Nur mit Strafzetteln werden die Leute kapieren, dass man hier nicht schneller als 10 km/h fahren darf“, so Seniorenbeirat Heinz Stelzer.

Wie man bei der lebhaften Diskussion hören konnte, ist der Seniorenbeirat beileibe kein gemütliches Kaffeekränzchen, sondern ein ernsthaftes Gremium, das älteren Herrschaften das Alltagsleben erleichtern möchte. Es geht dabei um die Bereiche Soziales, Inklusion, Infrastruktur, Mobilität oder Barrierefreiheit. Im Publikum der öffentlichen Sitzung war von den sieben Dießener Bürgermeister-Kandidaten übrigens nur die parteilose Marianne Scharr vertreten.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Lechmauersanierung Landsberg läuft!
Lechmauersanierung Landsberg läuft!
Eine 250.000-Euro-Spende fürs Stadtmuseum Landsberg
Eine 250.000-Euro-Spende fürs Stadtmuseum Landsberg

Kommentare