Hausaufgaben stehen an

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Unter Dach und Fach: Marco Woedl (links) ist neuer Vorstand des Landsberger Klinikums. Im Büro von Landrat Thomas Eichinger unterzeichnete er den Fünfjahres-Vertrag.

Landsberg – Das Klinikum Landsberg hat einen neuen Vorstand: In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Verwaltungsrat für den 43-jährigen Diplom-Betriebswirt (FH) Marco Woedl entschieden (der KREISBOTE berichtete). In der vergangenen Woche wurde er nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf den in München lebenden Woedl warten ab 1. April viele Aufgaben: Neben dem hohen Defizit steht nun auch eine Kooperation mit den Nachbarkliniken im Raum.

Der in Rothenburg ob der Tauber geborene Marco Woedl kann bereits 20 Jahre Berufserfahrung vorweisen. Er studierte Betriebswirtschaft in Nürnberg, Würzburg und auch ein Jahr in den USA. Bereits während des Studiums spezialisierte er sich auf Klinikmanagement und befasste sich in seiner Abschlussarbeit mit „Controlling im Krankenhaus“.

Nach seinem Studium sammelte er die ersten Erfahrungen in Bad Aibling, 2001 wurde er zunächst stellvertretender Geschäftsführer in Pfaffenhofen, später dann Geschäftsführer der Klinik Mainburg. Seit 2014 ist er – ebenfalls als Geschäftsführer – an der Asklepios Klinik in Lindenlohe tätig. In all dieser Zeit habe er sich immer mehr auf Prozessoptimierung konzentriert, sagt Woedl: „Mein Spezialgebiet.“ Ab 1. April wird er nun die Geschicke des Landsberger Klinikums leiten und sein Spezialgebiet könnte ihm dort von großem Nutzen sein.

Landrat Thomas Eichinger und der neue Vorstand Marco Woedl sind sich einig: Das Landsberger Klinikum ist nicht zu klein und es ist überlebensfähig. Trotzdem werden sich einige Dinge ändern müssen. Ziel für den Betriebswirt ist ganz klar, das Defizit wieder abzusenken. Er betonte sogar, dass er die schwarze Null anstrebe. Zunächst gelte es hier intern seine Hausaufgaben zu machen, so Woedl.

Kurz hat er in der vergangenen Woche schon einen Blick auf seinen neuen Arbeitsplatz geworfen. „Eine schöne Klinik mit vielen Möglichkeiten“, so Woedls Fazit. Doch beispielsweise die Dokumentation lasse sich noch optimieren. Von November bis Januar habe man den behandelnden Ärzten einen Codierassistenten zur Seite gestellt, wirft Interims-Vorstand Sandra Zeiler ein. Allein in diesem Zeitraum habe das bessere Ergebnisse von rund 50.000 gebracht.

Neben diesen Einsparungen könnte auch eine angedachte Kooperation mit den Landkreisen, Fürstenfeldbruck und Weilheim-Schongau sein. Dass hier ein Konzept für einen Klinikverbund erarbeitet werden soll, darauf verwies Landrat Thomas Eichinger ebenfalls in der vergangenen Woche. Marco Woedl sieht darin „einen guten Weg“.

Doch diese Überlegungen stünden noch ganz am Anfang. Neben dem hohen Defizit wird sich der neue Vorstand auch über An- und Umbaupläne Gedanken machen müssen. „Wir werden immer an Leistungsgrenzen stoßen“, ist auch Eichinger überzeugt. Doch dafür will man Woedl noch Zeit geben bis hier eine strategische Entscheidung zu treffen sein wird. Die Laufzeit seines Vertrages beträgt fünf Jahre. Das wichtigste für den neuen Vorstand ist nun erst einmal „dass alle mit ins Boot gehen.“ 

Astrid Neumann

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