"Luft zum Atmen lassen"

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Jetzt noch Wiese und Ackerland, bald Wohngebiet: der südlichen Ortsrand von Dienhausen.

Dienhausen – Deutlich zur Wehr gesetzt hat sich eine Anwohnerin gegen die Pläne der Gemeinde, im Süden von Dienhausen eine „sehr massive Bebauung auf relativ geringem Grund“ zu ermöglichen, wie sie es selbst beschreibt. Dadurch fühle sie sich „richtig eingemauert“, argumentiert Erika Zeller, die mit ihren beiden erwachsenen Söhnen an der Weihertalstraße wohnt. Man müsse den bisherigen Bewohnern „Luft zum Atmen lassen“. Doch nun zeichnet sich eine Lösung ab.

„Da finden wir einen Kompromiss“, sagt Bürgermeister Michael Kießling auf Anfrage. Er verweist auf mehrere Gespräche mit der Anwohnerin und den anderen Bauwilligen. Auch Erika Zeller, die sich zuletzt durch einen Fachjuristen für Verwaltungsrecht aus einer Augsburger Kanzlei anwaltlich vertreten ließ, sieht nun Möglichkeiten zu einer für sie tragbaren Lösung. Das Haus der Familie Zeller, die 1998 im Süden der Ortschaft im Winkel zwischen Kreisstraße (Richtung Schwabsoien) und der östlich abzweigenden Straße zum Tal gebaut hatte, steht frei da. Noch.

Künftig sind Häuser im Osten, Südosten und Süden möglich. Direkt angrenzend im Süden soll im neu ausgewiesenen Bau­gebiet sogar ein Doppelhaus entstehen. Dessen Gesamtbreite sollte zunächst 20 Meter betragen. Ein Kompromiss ist, diese auf 16 Meter in Ost-West-Richtung zu begrenzen. Auch ist nach den Worten Zellers besprochen worden, den Baukörper einen Meter weiter nach Süden zu verrücken. Zudem werde der Abstand zum zweiten Haus im Südosten größer.

Fünf Grundstücke

Insgesamt sind in dem neuen Baugebiet fünf Grundstücke mit vier Einzelhäusern vorgesehen. Auf einem Bauplatz – es ist derjenige, der als einziger bis an die Kreisstraße nach Schwabsoien reicht, soll ein Doppelhaus errichtet werden. Die Gemeinderäte von Denklingen haben vor knapp zwei Wochen diese Planung zur inzwischen 24. Änderung des Flächennutzungsplanes mehr oder weniger kommentarlos durchgewunken. In der letzten Sitzung vor Weihnachten wird sich das Gremium erneut mit dem Baugebiet in Dienhausen befassen. Da steht nämlich der Punkt „5. Änderung des Bebauungsplanes Molkereistraße“ auf der Tagesordnung, wenn das Gremium am heutigen Mittwoch, 16. Dezember, um 19.30 Uhr im Rathaus tagt. Und dann geht es konkret um den südlichen Ortsrand. Die Größe der Grundstücke reicht von 500 bis fast 1000 Quadratmeter, im Durchschnitt sind es 738.

Dies sei auch für Dienhauser Verhältnisse großzügig, heißt es in der Abwägung der öffentlichen und privaten Belange durch die Gemeinde. Die Anwohnerin freilich zieht den Vergleich, dass die neuen Grundstücke nicht zu der bisher lockeren und kleinflächigen Bebauung Dienhausens passe. Für sie nicht nachvollziehbar sei die Anordnung der Ausgleichsflächen, die heute bei der Ausweisung eines Baugebiets zwingend notwendig seien. Sowohl im Osten als auch im Süden seien große Flächen für diesen Bedarf berücksichtigt. Gerade dies führe dazu, dass die Wohnbebauung insgesamt komprimiert werde. Für Bauland in Dienhausen wird zirka ein halbes Hektar bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche künftig zu Wohngebiet.

70 Wohneinheiten

Wesentlich größer indes ist das neue Baugebiet im Norden von Denklingen, das zwischen der Kreisstraße nach Leeder und der Bahnlinie Landsberg-Schongau entstehen soll. Dieses Areal umfasst 4,1 Hektar. Zirka 70 Wohneinheiten sind dort vorgesehen. Die Räte haben auf der letzten Sitzung der 27. Änderung des Flächennutzungsplanes für Denklingen zugestimmt. Doch die Planung für das Gebiet (Bebauungsplan) wird ab nächstem Jahr auf den Weg gebracht. Die ersten Häuser können dort frühestens 2017 errichtet werden – in Dienhausen schon im Jahr 2016.

Johannes Jais

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