"Eines der modernsten seiner Art"

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Nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit konnte das Logistikzentrum im Landsberger Norden nun eingeweiht werden. Rund 125 Millionen Euro hatte die Edeka Handelsgesellschaft Südbayern in den Gebäudekomplex investiert.

Landsberg – Mit einem Festakt ist am Samstag das neue Edeka-Logistikzentrum im Frauenwald offiziell eingeweiht worden. Als Ehrengast war eigens der bayerische Innenminister Joachim Herrmann angereist, um vor Vertretern von Kommunalpolitik und Gesellschaft sowie vielen Edeka-Mitarbeitern zu sprechen.

Das Logistikzentrum sei eines der modernsten seiner Art in Deutschland, betont man bei Edeka stolz. 500 Einzelhandelsgeschäfte in Südbayern und Schwaben werden von hier aus beliefert.

125 Millionen Euro hat die Edeka Handelsgesellschaft Südbayern in den vergangenen dreieinhalb Jahren in den U-förmigen Gebäudekomplex im Landsberger Norden investiert. Modernste Technologien zur automatischen Kommissionierung und Bereitstellung von Waren kommen hier zum Einsatz. Wie Hans Georg Maier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Edeka Südbayern, erklärte, verfügt das Logistik- zentrum außerdem über eine eigene Wärmegewinnung und fast 10.000 Photovoltaikmodule, mit denen ein Drittel des jährlichen Energieverbrauchs selbst erzeugt werden kann. Rund 70 Lkw-Touren starten täglich aus Landsberg, über 120 sollen es sein, wenn das Logistikzentrum im Vollbetrieb läuft. 

Einweihung des Edeka-Logistikzentrums

Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise. Seit Anfang letzten Jahres wird das komplette Frischesortiment von hier aus abgewickelt, im Juni kam das Trockensortiment hinzu. Neben den Lagerstandorten in Trostberg, Straubing und Gaimersheim zählt nun Landsberg zu den großen Warenumschlagplätzen der Edeka Südbayern. Zwei andere Lager – in Penzberg und Betzigau – wurden dafür geschlossen. Aus Penzberg seien Mitarbeiter nach Landsberg übernommen worden, so Maier. Man bringe sie sogar mit einem eigenen Shuttlebus an den neuen Standort. Knapp die Hälfte der 370 Mitarbeiter im neuen Logistikzentrum komme aber aus der hiesigen Region. 

Die Entstehung des Großprojekts war im Vorfeld von Umplanungen gekennzeichnet, wie Maier erinnerte. Zunächst habe man lediglich ein Regionallager in Landsberg errichten wollen. Bei der Umsetzung seien verschiedenste Belange, unter anderem des Natur- und Umwelt- schutzes zu berücksichtigen gewesen. „Wir haben 43 kniehohe Ameisenhügel in den oberen Stadtwald umgesiedelt“, berichtete Maier schmunzelnd. „Ich hoffe, sie fühlen sich dort wohl.“ 

Zukunftsbranche 

Innenminister Herrmann lobte die „großartige Investition“, die nicht zuletzt ein Beweis für die Leistungskraft des Standorts Landsberg sei. Logistik sei eine Zukunftsbranche, die auf gute Verkehrswege angewiesen sei. Deshalb müssten Bund, Länder und Kommunen gemeinsam mehr Geld für den Ausbau des Straßennetzes in die Hand nehmen. Herrmann sprach auch das Thema Lärmschutz an, den es zu verbessern gelte - „das gilt für Schiene und für Straße“. 

Landrat Walter Eichner äußerte sich „froh und dankbar“, dass Edeka sich für den Standort Landsberg entschieden habe. Nicht zuletzt deshalb sei es gelungen, die Ausbildungsrichtung Lagerlogistik an die örtliche Berufsschule zu holen. „Wir hatten starke Konkurrenten“, so Eichner. OB Mathias Neuner zeigte sich nicht nur als Kommunalpolitiker, sondern auch als Bauingenieur begeistert von dem Edeka-Komplex. In einem Teil der Anlage habe man zuerst die Regale errichtet und dann erst das Gebäude darum herum gebaut. Diese innovative Bauweise habe ihn fasziniert, so Neuner. „Ihr neues Haus ist supergeil“, beschied er den Edeka-Verantwortlichen augenzwinkernd. Firmenkundenvorstand Roland Böck lobte als Vertreter der Sparkasse Landsberg-Dießen die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Finanzierung. 

Die kirchliche Segnung des Gebäudes hätte eigentlich ökumenisch erfolgen sollen. Da Diakon Thomas Ruf jedoch den Termin verpasste, übernahm der evangelische Pfarrer Detlev Möller diesen Part allein. Für den musikalischen Rahmen sorgten begabte Nachwuchsmusiker der städtischen Sing- und Musikschule.

Ulrike Osman

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