Leichter bauen in Weil

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Wer in Weil derzeit bauen möchte, hat ein Problem: Es gibt keine Bauplätze. Das soll sich jetzt ändern, wenn das neue Einheimischen-Modell aufgelegt wird.

Weil – Die Gemeinde will Bauland schaffen und hat zu diesem Zweck ein neues Entwicklungsmodell beschlossen. Es regelt den An- und Verkauf gemeindlicher Grundstücke und hat das Ziel, jungen Weiler Familien das Bauen in der Heimatgemeinde zu ermöglichen. Im Rahmen des neuen Einheimschenmodells sollen Interessenten, die die Kriterien erfüllen, Grundstücke mit einem Abschlag von 30 Prozent auf den Marktpreis bekommen.

„Wir haben versucht, die eierlegende Wollmilchsau zu produzieren“, sagte Bürgermeister Christian Bolz im Gemeinderat. Soll heißen: Das neue Bauland-Entwicklungsmodell versucht, die Interessen von Bauwilligen, Grundeigentümern und der Gemeinde unter einen Hut zu bekommen. Diese will auch Familien mit unteren und mittleren Einkommen Wohneigentum ermöglichen, sich aber gleichzeitig vor explodierenden Folgekosten im Bereich Infrastruktur schützen.

Künftig will man den Marktwert von Grundstücken durch einen Gutachter feststellen lassen. Auf dieser Basis geht die Gemeinde in die Verhandlungen mit den Eigentümern. Diese dürfen nach der neuen Regelung einen größeren Anteil des neu geschaffenen Baulands behalten als früher. In der Vergangenheit lag die Quote bei 25 Prozent, doch das widerspricht inzwischen dem EU-Recht. „Die Quote hat sich zugunsten der Grundeigentümer geändert“, erklärte Bolz.

Bei der Vergabe vergünstigter Flächen an Einheimische wird eine Kombination aus Verdienst- und Vermögenskriterien eine Rolle spielen. Dies entspricht laut Bolz den Empfehlungen des Bayerischen Gemeindetages. Im einzelnen müssen die Kriterien aber erst noch festgelegt werden – dies soll voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung am 31. Januar geschehen. „Wir haben jetzt den Rahmen. Am Bild selber müssen wir noch arbeiten“, kündigt der Rathaus­chef an.

Schlanker abwickeln

Um künftig Bauleitverfahren schneller durchführen zu können, denkt die Gemeinde außerdem über die Zusammenarbeit mit einem Erschließungsträger nach. Dieser würde bei der Erschließung neuer Baugebiete im Wesentlichen die Aufgaben der Verwaltung übernehmen – also nach den Vorgaben der Gemeinde die Ausschreibung durchführen, als Auftraggeber der Baufirmen auftreten und Ansprechpartner für die Grundeigentümer sein. Diese würden bereits während des Verfahrens ihren Anteil an den Erschließungskosten auf ein Treuhandkonto zahlen, statt dass Erschließungsbeiträge erst im Nachhinein erhoben würden. „Durch Outsourcing könnten wir das Thema Baulandentwicklung schlanker abwickeln“, so Bolz. Ein Beschluss dazu fiel jedoch noch nicht. 

Ulrike Osman

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