Sensationelles beim Stadtfest

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Die ersten Pakete zum Wohle des Stadtfestes sind geschnürt…

Landsberg – „Das Stadtfest erfindet sich neu“, schreibt OB Mathias Neuner (CSU) an die Landsberger Einzelhändler. Nach Lektüre seines Briefes kann man zu dem Schluss kommen, dass vor allem die Stadt eine neue Einnahmequelle aus dem Bürgerfest am 26. Juli erfunden hat...

Die Gewerbetreibenden sollen sich „im Rahmen von Sponsoring einbringen“, so Neuner. Die Pakete dazu sind schon geschnürt, zwischen 150 („Paket S“) und 1000 Euro („L“) können investiert werden.

Auf den Geschmack ist man in der Stadtverwaltung offenbar mit dem Einweihungsfest auf dem neu gestalteten Hauptplatz im vergangenen September gekommen. „Mit schma­lem Budget“, wie es damals aus der Pressestelle hieß, hatte man die gut frequentierte Feier auf die Beine gestellt. Ähnliches schwebt OB Neuner laut seinem Schreiben wohl künftig für das offizielle Landsberger Stadtfest vor. Das Einweihungsfest sei „gerade wegen der Zusammenarbeit der Landsberger Geschäftswelt, der vielen Vereine und Organisationen gemeinsam mit der Stadt Landsberg ein großer Erfolg“ gewesen, daran wolle man „mit Ihrer Unterstützung anknüpfen“, wendet sich der OB an die Einzelhändler und verspricht ein „sensationelles Rahmenprogramm“. 

Wer auf das Angebot der Stadt eingeht, hat verschiedene Optionen. Bei „Paket S“ wird laut Sponsorenanschreiben lediglich der Name des Einzelhändlers in einem Flyer ge­- nannt, bei „M“ (500 Euro) kommt man außerdem auf das Plakat, bei „L“ kann man zudem ein (eigenes) Banner präsentieren – „Größe und Auf­- hängungsort nach Absprache mit der Stadt Landsberg“. Interessant auch: Offensichtlich plant die Verwaltung beim Stadtfest jetzt auch einen getrennten VIP-Bereich. Dort jedenfalls dürfen laut dem OB-Schreiben die „ersten 10 gewonnenen Partner“ sitzen. 

Was die Gewerbetreibenden im Gegenzug außer der Namensnennung von ihrem Spon­soring haben, geht aus dem Brief nicht eindeutig hervor. Gerade das dürfte die Händler aber vermutlich brennend interessieren. Bei der Hauptplatz-Einweihung waren wegen Versäumnissen in der Planung weder die ursprünglich zugesagte Verlängerung der Öffnungszeiten am Samstag („Lange Einkaufsnacht“) noch ein verkaufsoffener Sonntag zustande gekommen. Beides führte bei zahlreichen Händlern zu offen geäußertem Unmut, zumal das Fest ursprünglich dazu gedacht war, sie für ihre Umsatzeinbußen während der Baustellenphasen zu entschädigen. 

Ob beim Stadtfest nun möglicherweise die Geschäfte geöffnet bleiben können oder welchen Anreiz die Einzelhändler für das „Sponsoring“ sonst haben sollen, geht aus dem Papier nicht hervor. Für „spezielle Fragen, auch hinsichtlich Leistung und Gegenleistung“ verweist OB Neuner als Unter­- zeichner an Julia Eschrich vom Raum- und Veranstaltungsmanagement (früher FUN). Das Formular für die Buchung der Pakete (per Fax) liegt dem Schreiben aber bereits bei. Bis 15. Februar haben die Landsberger Händler Zeit, sich anzumelden.

Christoph Kruse

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