Zustimmung zur Machbarkeitsstudie

Neues Leben für Uttinger Bahnhofsschuppen

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Nach der Sanierung des Uttinger Lagerschuppens soll Richtung Bahnhof ein Neubau entstehen, der durch Rolltore mit dem Bestandsgebäude verbunden wird. Als neues Zentrum einer lebendigen Dorfkultur.

Utting – Erhalt, künftige Nutzung oder Abriss? Weil im Rahmen von ISEK auch ortsspezifische Maßnahmen staatlich gefördert werden, hatte die Gemeinde Utting das Architekturbüro vonMeierMohr mit einer Feinuntersuchung und Machbarkeitsstudie für den Lagerschuppen am Bahnhof beauftragt. Die wurde jetzt vorgestellt und fand breite Zustimmung.

So soll's aussehen, wenn die Machbarkeitsstudie umgesetzt wird.

Die Aufgabenstellung umfasste zwei mögliche Nutzungen: Kunst- und Kulturhaus oder Jugendhaus, jeweils mit öffentlichen Toiletten inklusive Unisex- und Behindertentoilette. Der ehemalige Lagerschuppen hat eine Innengröße von rund 76 Quadratmetern sowie Keller und zwei Rampen. Er ist unverändert erhalten und biete laut Studie „als stützenfreier Raum und großen Zugangstoren eine flexible Nutzung für Veranstaltungen mit Kunst, Kultur, Musik ...“

Um den Lagerschuppen aber einer sinnvollen und belebenden Nutzung zuzuführen, wären wesentliche Umbauarbeiten für Heizung, Toiletten, Küche, Garderobe und Lager erforderlich. Davon riet das Architekturbüro ab, weil dies den Raum so verkleinern würde, dass er als Jugendzentrum, Ausstellungsfläche oder für Veranstaltung nicht mehr nutzbar wäre. Der zusätzliche Investitionsaufwand für Elektroinstallation, Dach- und Fußbodenaufbau sowie Keller-Trockenlegung stünde in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Das Büro vonMeierMohr riet von der notwendigen Infrastruktur ab, empfahl aber eine Sanierung für eine flexible und barrierefrei Nutzung. Für geschätzte 122.000 Euro könne man Dach- und Fenster-Reparaturen, Keller-Trockenlegung, Elektroinstallation und Elektroheizung sowie einen innen liegenden Windfang realisieren.

Für Jugendzentrum, Gemeinschaftsraum, Aufenthaltsräume sowie Toiletten, Küche und Lager schlugen die Planer einen Neubau Richtung Bahnhof vor, der in Verbindung mit dem Lagerschuppen als „räumlich und städtebaulich bereichernde Einheit“ begriffen werden könne. So entstünde am Bahnhof ein lebendiger, öffentlicher und zugleich schützender Ort für Jugend, Vereine, Musik, Kultur und Gemeinschaft.

Der Vorschlag für einen zutreffenden Namen kam von Miene Gruber, Künstler, Poet und Musiker aus Utting: „Refugium“ – ein Treffpunkt, der möglichst vielfältig nutzbar und verwandlungsfähig alle möglichen Interessen einer lebendigen Dorfkultur widerspiegelt.

Die Verbindung zum Lagerschuppen soll durch gleiche Firsthöhe, Breite und Dachneigung sichtbar werden. Die Zusammengehörigkeit ist durch variabel verschließbare Rolltore zwischen den Gebäuden gegeben. Sie begrenzen den Außenraum und verringern die Lärmimmission, während gleichzeitig ein geschützter Platz deklariert wird. Auch dienen die Holzrolltore als flexible Ausstellungswände. Durch die verglaste Südseite des Neubaus eröffnet sich die Möglichkeit eines großen Raumes auf eine geschützte Südterrasse. Kostenschätzung des Refugiums: gut eine Million Euro.

Im Gesamtbild fügt sich das Refugium laut Gemeinderat ins Bahnhofsensemble ein und schließt die Lücke zwischen Bahnhof und Lagerschuppen, dessen historischer Charme bestehen bleibe. Der Gemeinderat einigte sich einstimmig darauf, auf Basis der Machbarkeitsstudie „ein Vergabeverfahren für die Planerleistungen“ durchführen zu lassen.
Dieter Roettig

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