Neues Programm für die Kammermusik

Das Programm für die Spielzeit 2010/2011 der Kammermusikreihe im Alten Bibliothekssaal des ehemaligen Jesuitenklosters in Landsberg steht. „Wir bleiben unserem Motto treu und stellen wiederum die Musikauswahl in den Vordergrund“, betonte Franz Lichtenstern, Initiator und Organisator der Konzerte gegenüber dem KREISBOTEN. Von September bis Mai des nächsten Jahres widmen Musiker des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, der Münchner Philharmoniker und des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks einen Abend dem 200. Geburtstag von Robert Schumann, bringen Mozart, Strauss und Schubert zur Aufführung und lassen Werke des Barock auf historischen Instrumenten erklingen.

„Damit wollen wir an den überaus großen Erfolg der Premierenkonzertfolge 2009/2010 anzuknüpfen“, sagte Lichten- stern, Cellist am Gärtnerplatztheater. Die Landsberg-Ammersee Bank eG setzt ihre Unterstützung für das junge Kulturprojekt in der Lechstadt fort. Auch das letzte Konzert der abgelaufenen Spielzeit fand vor einem vollen Saal statt, obwohl mit Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“ nicht der gängige Kammermusik-Geschmack bedient wurde. Der Melodram-Zyklus gilt einerseits als eines der Meisterwerke der Musikliteratur des 20. Jahrhunderts, stellt andererseits extreme Anforderungen nicht nur an die Künstler, sondern auch an die Zuhörer. Deshalb kommt das Werk nur sehr selten zur Aufführung. Mit dem Sprechgesang, teilweise in außerordentlichen Höhen, fordert das Schönberg-Werk vor allem die Sängerin. „Es ist zweifelsfrei viel schwerer zu singen als eine Opernarie“, so die vielfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnete Mezzosopranistin Barbara Schmidt-Gaden. Schönberg begann 1912 mit der Vertonung der „Dreimal sieben Melodramen des Pierrot Lunaire“ aus der Feder des belgischen Dichters Albert Giraud (1860 – 1929) und kommentierte: „.. ich gehe unbedingt, das spüre ich, einem neuen Ausdruck entgegen. Die Klänge werden hier ein geradezu tierisch unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen.“ Das auf kleiner Bühne im Alten Bibliothekssaal fast 90 Jahre später umzusetzen, gelang der Sängerin und den Musikern voll und ganz. Wer glaubt, die meisten der Konzertbesuchern wären vor allem für den ersten Konzertteil mit „Ohrwürmern“ des Walzerkönigs Johann Strauß gekommen, der liegt nicht ganz richtig. Zunächst noch leere Plätze waren bei „Pierrot Lunaire“ besetzt. Verbot umgangen Der „Kaiserwalzer“ und „Rosen aus dem Süden“ kamen in der Instrumentierung von Schönberg, der „Schatzwalzer“ instrumentiert von Anton Webern, zur Aufführung. Die beiden Komponisten bearbeiteten ab 1918 Musikwerke aus der Zeit „Mahler bis jetzt“ für den von Schönberg gegründeten „Verein für musikalische Privataufführungen“. An seine Satzung mit dem Verbot von Beifalls- und Missfallensbekund- ungen hielten sich die Landsberger Kammermusikfreunde nicht: Sie würdigten die Leistung der Sopranistin Barbara Schmidt-Gaden, von Susanne Kabel und Christian Schödl (beide Violine) von Dorothea Galler (Viola), von Hans-Peter Besig (Violoncello), von Rudolf Riesinger (Flöte), Lars Zolling (Klarinette) von Andreas Kowalewitz (Klavier) sowie von Andreas Puhani (Harmonium) mit viel, sehr viel Applaus.

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