Neues Ratshaus:

Erst der Vorbescheid, dann wird vielleicht gekauft

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Den ehemaligen Gasthof Hirsch würde die Gemeinde Denklingen gerne kaufen und zum Rathaus umbauen

Denklingen – Wie das ehemalige Gasthaus Hirsch zum neuen Rathaus umgebaut werden könnte, dafür hat die Gemeinde bereits konkrete Vorstellungen. Ob diese auch umgesetzt werden können, soll nun mittels einer Bauvor­anfrage an das Landsberger Landratsamt geklärt werden. Erst danach steht eine Kaufentscheidung an.

Vorgesehen ist, das Hauptgebäude umzubauen und zu modernisieren und parallel dazu den Anbau durch einen Neubau mit Keller sowie Erd- und Obergeschoss zu ersetzen. Vordergründig will die Gemeinde mit ihrem Antrag auf Vorbescheid nun die Frage prüfen, ob der unter Denkmalschutz stehende Anbau beseitigt werden kann: Denn dies ist eine Voraussetzung dafür, dass das Anwesen in sinnvoller Weise als Rathaus verwendet werden kann. In dem „verschachtelten“ Anbau im Norden befinden sich derzeit unter anderem die Pächterwohnungen, Toiletten und Abstellräume.

Die Nutzungsänderung zu einem Rathaus ist ebenfalls in der Kreisbehörde zu hinterfragen. Das Hauptgebäude könne fast ohne denkmalrelevante Änderungen verwendet werden: „Die Raumaufteilung kann bleiben“, legt die Gemeinde in ihrer Begründung des Vorbescheidsantrages dar.

Damit im Hauptgebäude keine wesentlichen Eingriffe in die Substanz notwendig werden, will die Gemeinde künftig das Treppenhaus und den Aufzug in einem neuen Erweiterungsbau unterbringen. Ein wichtiges Argument für den Neubau mit Archiv und Lagerräumen sei auch eine brandschutztechnisch einwandfreie Erschließung und Fluchtwegführung.

Das Hauptgebäude soll außen unverändert bleiben und die Fassade lediglich denkmalgerecht neu gestrichen werden. Der Dachstuhl kann bleiben, die alten Fenster sollen ersetzt werden. Im Erdgeschoss will man die nachträglich eingebauten Kühlräume entfernen, so dass hier ein großzügiges Foyer entstehen kann. Das Bauvorhaben umfasst auch Dämmmaßnahmen, eine neue Heizung, komplett neue WC-Anlagen, eine Teeküche, eine neue Lüftung mit Wärmerückgewinnung und neue Elektroinstallationen. Im Außenbereich sind 15 Stellplätze auf der Ostseite vorgesehen, einer davon behindertengerecht. Der Vorplatz soll neu gestaltet werden – dort soll ein barrierefreier Haupteingang entstehen.

Neubau wäre teurer

Die reinen Baukosten belaufen sich nach Schätzung des Architekturbüros Holzapfel aus Epfach auf rund 1,79 Millionen Euro. Der Erwerb des Grundstücks mit Bestand und die Ausstattung (Einrichtung und Büro- geräte) sind in diesem Preis nicht enthalten. Laut Holzapfel würde ein Neubau mit vergleichbaren Nutzflächen rund ist 100000 bis 200000 Euro teurer kommen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorbescheid bereits das gemeindliche Einvernehmen erteilt – sowohl aus baurechtlicher als auch aus denkmalschutzrechtlicher Sicht. Ein rechtlich nötiger Schritt, der praktisch Formsache war und in der Sitzung auch nicht weiter diskutiert wurde.

Manuela Schmid

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