Kein Brandschutz!

Dauerausstellung bald ohne Museumsbesucher?

+
Schon seit drei Jahren soll das provisorische Flucht-Treppen-Gerüst die Auflagen des Brandschutzes am Neuen Stadtmuseum vorübergehend sicherstellen.

Landsberg – Die Angelegenheit lässt einfach keinen Aufschub mehr zu, ein Baugerüst mit Treppe taugt auf Dauer nicht als zweiter Fluchtweg. Entweder nimmt die Stadt jetzt einen dicken Packen Geld in die Hand oder sie ist gezwungen, die Dauerausstellung im Neuen Stadtmuseum zu schließen. Es mangelt am Brandschutz.

So mancher Lechstädter wundert sich über das Gerüst an der Westseite des Museums. Schon seit drei Jahren steht es dort, ohne dass es in dieser Zeit irgendwelche bauliche Aktivitäten gegeben hätte. Diese wa­ren auch nicht vorgesehen, da das provisorische Flucht-Treppen-Gerüst lediglich den im Stadtmuseum selbst nicht gewährleisteten Brandschutz sicherstellen sollte. Und das nur vorübergehend. Die „baurechtlich drängende Problematik“ könne nur durch die Umsetzung des bereits seit Mai 2009 vorliegenden Brandschutzkonzeptes gelöst werden, klärt Museumsleiter Sonia Fischer die Ratsmitglieder in ihrer Sitzungsvorlage auf.

Diese Maßnahme aber kostet viel Geld: 345000 Euro für die Projektierung, Umsetzung des Brandschutzes sowie für das Erweitern und Erneuern der Einbruchmeldeanlage. Exakt diese Summe und zudem 2100 Euro Gerüstmiete hat Stadtbaumeisterin Annegret Michler in ihre Liste der Unterhaltsleistungen an städtischen Gebäuden für den Haushalt 2014 angemeldet. Wie schon im Vorjahr erfolgte die Kennzeichnung der Haushaltsanmeldungen nach „Ampelfarben“, wobei Rot für „zwingend umzusetzende Projekte“ steht – unter anderem aus Gründen der Verkehrssicherheit. Der Brandschutz im Neuen Stadtmuseum ist auf besagter Liste mit kräftigem Rot unterlegt.

Sollten sich die Ratsmitglieder morgen (Mittwoch) Abend im Finanzausschuss davon unbeeindruckt zeigen, dann könnten sie ja auch für die weitaus günstigere „Variante 2“ votieren. Sie sieht laut Fischer einen Umzug des Museumsbüros in das Erdgeschoss vor. Parallel dazu wird die Dauerausstellung im ersten bis dritten Obergeschoss für die Besucher geschlossen. Im Erdgeschoss bestehe die Brandschutzproblematik nicht, so die Mueumsleiterin, insofern seien die Voraussetzungen für Wechselausstellungen, die die meisten Besucherzahlen und Ein­nahmen generierten, gewährleistet.

Mit einem Ja für „Variante 2“ einher ginge der Auftrag an die Museumsleitung, ein Gesamtkonzept mit Strategie-, Kosten- und Zeitplan zu erarbeiten und das Treppengerüst an der Westfassade abzubauen. Nur durch die wegfallende Gerüstmiete und geringeren Stromverbrauch könne die Stadt pro Jahr rund 5200 Euro einsparen. Die Kosten für den Umzug des Museumsbüros beziffert Fischer auf rund 10000 Euro.

Toni Schwaiger

Auch interessant

Meistgelesen

Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Radl-Stadt für einen Tag
Radl-Stadt für einen Tag

Kommentare