Wenn das Stadtmuseum zur Baustelle wird

Landsberg: Ein Blick hinter die Museumstür

Dachstuhl des Neuen Stadtmuseums Landsberg
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Der Dachstuhl des ehemaligen Jesuitenkollegs liegt endlich frei.

Landsberg – Nicht weniger spannend als die kleinen Geheimnisse hinter den Türchen unserer Adventskalender ist, was sich derzeit im Inneren des Neuen Stadtmuseums tut. Sonia Fischer, die Leiterin der städtischen Museen der Stadt Landsberg, gewährt deshalb einen Blick hinter die Fassade des historischen Gebäudes und hält Rückschau auf das Jahr 2020.

Momentan wird das Museum untersucht. Für die Statischen Daten mussten unter anderem Böden und Decken geöffnet werden. Aber auch der Abbruch sämtlicher Dacheinbauten war nötig. Wer nun ins Museum geht, sieht ein vollkommen verhülltes Treppenhaus. Denn um die Ausbauten ins Freie zu schaffen und dabei nicht mit Ecken und Kanten das denkmalgeschützte Treppenhaus zu beschädigen, musste es verschalt werden. Ebenso wurden die wertvollen Terrazzoböden mit Malervlies und USB-Platten abgedeckt. Nach wochenlangem Poltern durchs ganze Gebäude und einem Stromausfall in den Büros sind nun alle Verkleidungen, Zwischenwände und Leitungen entfernt. Der Rückbau ist abgeschlossen und legt den Dachstuhl in seiner ganzen Größe und Erhabenheit frei: Ein hoher langer Raum, die Dachbalken liegen frei, Schatten zeigen, welche Einbauten wie Trennwände dort früher einmal waren. Und an dem ein oder anderen sind auch Gravuren zu sehen. Welche Bedeutung die Zahlen haben? Eventuell einfach Zeichen, wo welches Teil beim Bau des Museum hingehörte.

Für das Gutachten muss auch das Parkett aufgerissen werden.

Mit dem Start in 2021 könne dann auch hier vermessen, eventuelle Schäden an den Balken festgestellt werden.

Hauptaufgabe des Museumsteams zu Jahresbeginn sei es gewesen, ein Raumbuch zu erstellen, das die inhaltlichen Pläne, die notwendige Infrastruktur sowie die räumliche Nutzung zusammenfassen sollte, beschreibt Museumsleiterin Sonia Fischer die Arbeit. Mit dem Ergebnis arbeite nun das ausgewählte Architekturbüro und eine Firma für die Heizung-Lüftung-Sanitärplanung sowie eine weitere Firma, die für die Elektroplanung zuständig ist und im Sommer bereits durch den Stadtrat bestimmt wurde.

Ein kurz vor dem Abschluss stehendes, zweistufiges VGV-Verfahren (Vergabe öffentlicher Aufträge nach der Vergabeordnung) habe jetzt auch den Ausstellungsgestalter ermittelt: Nach dem Teilnahmewettbewerb habe man fünf Büros eingeladen, ein Angebot abzugeben, das unter anderem einen Lösungsvorschlag zu vorgegebenen Ausstellungsthemen beinhalten sollte. Die Angebote seien mittlerweile von einer Jury aus Vertretern der Kulturabteilung, des Stadtrats sowie der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern bewertet worden. Dem Stadtrat werde nun abschließend in seiner Sitzung Mitte Januar – sollte sie nicht verschoben werden – die Vergabe zur Entscheidung vorgelegt.

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