Gähnende Leere im Museum

Neues Stadtmuseum bereitet sich auf Sanierung vor

+
Überall nur noch leere Räume: Das Neue Stadtmuseum ist bestens auf die Sanierung vorbereitet, die Objekte im Depot sicher gelagert.

Landsberg – Jetzt sind die Räume leer. Das Neue Stadtmuseum Landsberg geht in großen Schritten auf die Sanierung zu. Im November 2018 endete die letzte Sonderausstellung. Und diese Woche wurden die letzten noch im Museum befindlichen Objekte gut verpackt und bestens gesichert ins Depot, dem „Rückgrat des Museums“, in der ehemaligen Lechrainkaserne gebracht. Mögen die Brandschutzmaßnahmen beginnen.

„Am Donnerstag hatten wir den letzten Umzugstag“, berichtet Museumsleiterin Sonia Fischer. Um die Ausstellungsstücke zu verpacken, seien auch zwei Restauratorinnen anwesend gewesen. Denn ein paar Stücke weisen Schäden auf. So habe zum Beispiel der ‚Heilige Georg‘ eine „gestreifte Hose“ bekommen, beschreibt Fischer: Streifen, die die brüchigen Stellen für den Transport zusammenhalten.

Das Konzept für die Dauerausstellung sei soweit fertig, sagt Fischer. Sie will es jedoch erst dem Stadtrat Ende Mai vorstellen, bevor Einzelheiten bekannt werden. Ebenso wolle man die Kostenschätzung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen abwarten. Nur so viel: Die gesamte Dauerausstellung wird von drei auf zwei Stockwerke reduziert. Ein Stockwerk soll für Veranstaltungen, Kurse, Ausstellungen oder ähnliches verwendet werden können. Der kirchliche Bestand wird zugunsten der Zeitgeschichte minimiert. Die soll in Zukunft nämlich eine gesamte Etage einnehmen – Entscheidungen, die bereits vom Stadtrat abgewunken wurden.

Die ‚Nicht-Besucherstudie‘ (der KREISBOTE berichtete) habe das große Potential des Museums gezeigt, sagt Fischer. Ihr Hauptergebnis: Der Grund dafür, dass Menschen nicht ins Stadtmuseum gehen, sind die fehlenden Informationen darüber. Es sei notwendig, mehr Hinweise zum Museum bereits im Stadtzentrum anzubieten, betont die Museumsleiterin. „Wir müssen hier eine Werbekampagne andenken.“

Für die Zeit der Sanierung wird ein Museumsblog unter der sprechenden Webadresse www.museum-landsberg.de/de/was-tut-sich geführt. Dort werden die Umbau-Fortschritte in einer Chronik festgehalten, es gibt Informationen zum Depot, Studien zum Museum und auch Informationen über die zeitgeschichtlichen Objekte, die die Landsberger dem Stadtmuseum während dessen Sammelaufruf gebracht haben. Darunter beispielsweise Wehrmachtshelme, Feldpostbriefe, ganze Fotoalben. Ein ehemaliger Kriegsgefangener habe aus Polen einen „Henkelmann“ mitgebracht – ein Blecheimer, in dem das mitgebrachte Essen erwärmt werden konnte. „Das ist auch eine ganz besondere Art von Geschichte, die da erzählt wird“, sagt Fischer.

Es sei schon einiges gewesen, was durch den Sammelaufruf ins Museum kam. „Aber vielleicht war es auch ein bisschen zu spät“, vermutet Fischer. Viele der zeitgeschichtlichen Objekte seien wohl auch auf dem Müll gelandet – auch eine Art von Vergangenheitsbewältigung.

Neuerwerbungen

Auch die sagenumwobene Jukebox gehört zu den Objekten, die mithilfe des Freundeskreises gekauft werden konnten.

Bei der letzten Versammlung des Freundeskreises der Städtischen Museen gab Fischer eine Übersicht über die Objekte, die mithilfe des Freundeskreises oder anderer Sponsoren wie Sparkassenstiftung oder Historischer Verein für das Museum erworben werden konnten. Angefangen mit einem Gemälde von Hans Dietrich, das 2004 für 400 Euro in den Bestand des Museums überging. Oder die legendäre Jukebox der Firma Seeburg aus dem Jahr 1953 für 4.000 Euro: ein „Objekt zum Anfassen“, konkretisiert Fischer. Denn dessen musikalischer Inhalt wurde immer gerne von den Besuchern gespielt. Schließlich noch die neueste Errungenschaft, die erst dieses Jahr dazugekommen ist: ein Porträt einer jungen Frau mit Kind, ein Ölbild des Scholle-Malers Adolf Münzer.

Spannend wird es im Mai. Dann finden nämlich Verhandlungen wegen der Landesausstellung 2024 statt, für die sich das Stadtmuseum beworben hat. „Wir haben noch keine Vertragsunterzeichnung“, sagt Fischer. Ein Kommentar, der Gutes hoffen lässt.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Landsberg bejubelt den vielleicht besten Ruethenfestzug aller Zeiten
Landsberg bejubelt den vielleicht besten Ruethenfestzug aller Zeiten
Landsberg bejubelt den vielleicht besten Ruethenfestzug aller Zeiten
Landsberg bejubelt den vielleicht besten Ruethenfestzug aller Zeiten
Nathalie aus München gewinnt den TrachtenMadl-MINI!
Nathalie aus München gewinnt den TrachtenMadl-MINI!
Wasserwacht Dießen tauft neues Rettungsboot
Wasserwacht Dießen tauft neues Rettungsboot

Kommentare