Pilotprojekt Reanimation

"Wer hilft, macht nichts falsch!"

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Die Schüler üben und üben, Professor Dr. Uwe Kreimeier hilft aktiv mit.

Dießen – Die Carl Orff Schule in Dießen ist Vorreiter im Lande: Als erste und bisher einzige Schule in Bayern wurde dieser Tage der Unterricht in Reanimation und Mund-zu-Mund-Beatmung eingeführt. Ein zweistündiges Training, das jetzt regelmäßig mehrmals im Jahr in den Oberstufen durchgeführt wird.

Auf den Weg gebracht vom Elternbeiratsvorsitzenden Andreas Lanzinger, sind die ersten 50 Schülerinnen und Schüler schon so weit informiert, dass sie sich bereits erste Notfallhilfe zutrauen dürfen. Trainiert hat sie der bekannte Professor Dr. Uwe Kreimeier von der Uni-Klinik München, der sich neben seinen wissenschaftlichen Aufträgen vor allem auch für die sofortige Unfallhilfe einsetzt. Er ist Wegbereiter eines Modells, das ab dem Schuljahr 2015/16 laut Kultusministerkonferenz an allen bayerischen Schulen Kinder in die Lage versetzt, im Notfall Menschen sekundenschnell zu helfen.

Die 50 Schülerinnen und Schüler aus den siebten Klassen der Carl Orff Schule sitzen auf dem Turnhallenboden und haben hautfarbene aufblasbare Puppen vor sich. Sie heißen alle gleich: MiniAnne. Gespannt blicken die Jugendlichen auf eine Leinwand, wo sie schrittweise lernen, bei Herzstillstand erste Hilfe zu leisten. Herz-Lungen-Wiederbelebung soll einen Atem- und Kreislaufstillstand beenden. Andere Namen sind cardiopulmonary resuscitation (CPR) oder Wiederbelebung und Reanimation.

Es ist anfangs gar nicht einfach und viele haben Berührungsängste, müssen sich mit ihrer MiniAnne erst anfreunden. Aber Uwe Kreimeier, der sensibel durch den Vormittag navigiert, nimmt die Ängste, indem er sich selbst auf den Turnhallenboden setzt und ein ums andere Mal die Handgriffe zeigt, die zu den richtigen Bewegungsabläufen und Handlungssträngen im Notfall wichtig sind.

Schritt für Schritt wird der Notfall geübt. Die Schüler werden aufgefordert, den Patienten laut anzusprechen, den Kopf sachte zu bewegen und zu hören, ob noch Atmung vorhanden ist. Während man sofort laut um Hilfe ruft, wird nebenbei eine Hand auf die Stirn des Verletzten gelegt, mit zwei Fingern der Kopf nach hinten gedrückt, damit die Atemwege frei werden für die Reanimationsmassage. Die Jugendlichen lernen den Rhythmus der Massage und wenn sich der Brustkorb bewegt wird die Nase zugedrückt, damit bei der Mund-zu-Mund-Beatmung die Luft in die Lungen fließt und nicht entweicht. „Wer hilft, macht nichts falsch“, ermuntert der Professor immer wieder.“

Andreas Lanzinger informiert am Ende, dass die Schüler ihre MiniAnnes behalten dürfen. „Nehmt sie mit nach Hause und lasst sie nicht im Schrank verrotten“, regt er an, das Gelernte nicht nur aufzufrischen, sondern auch den Geschwistern, Freunden oder Familienmitgliedern zu vermitteln.

Beate Bentele

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