Erfolgsmeldung mit Haken:

Rekordumsatz trotz Fachkräftemangel

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Zum traditionellen Meistertrunk stießen an (von links): Ehrenkreishandwerksmeister Franz Lanzinger, Dr. Frank Hüpers (Handwerkskammer), die Goldenen Meister Friedrich Rieger (verdeckt), Elisabeth Arzberger, Peter Fastl, Hans Gerum und Peter Loy sowie Birgit Pfatischer, Wolfgang Zeit und Kreishandwerksmeister Michael Riedle.
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Zum traditionellen Meistertrunk stießen an Dr. Frank Hüpers (Handwerkskammer), die Goldenen Meister Friedrich Rieger, Elisabeth Arzberger, Peter Fastl, Hans Gerum und Peter Loy sowie Birgit Pfatischer, Wolfgang Zeit und Kreishandwerksmeister Michael Riedle (von links).
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Die Schongauer Faschingsgesellschaft sorgte mit Tanzeinlagen für Abwechslung beim Handwerkerempfang in Landsberg.
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Die Schongauer Faschingsgesellschaft sorgte mit Tanzeinlagen für Abwechslung beim Handwerkerempfang in Landsberg.
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Die Schongauer Faschingsgesellschaft sorgte mit Tanzeinlagen für Abwechslung beim Handwerkerempfang in Landsberg.

Landsberg –Über eine Milliarde Euro Umsatz erzielte das Handwerk im Landkreis Landsberg im vergangenen Jahr – ein Rekordwert. Stolz präsentierte Kreishandwerksmeister Michael Riedle beim Neujahrs­empfang der Innungen diese und weitere gute Zahlen: 2.351 Betriebe gibt es im Landkreis, 7.100 Beschäftigte finden bei ihnen ein Auskommen. Ganz ungetrübt ist die Freude aber nicht.

Einen leichten Rückgang gab es bei den Auszubildenden zu verzeichnen (minus 1,9 Prozent). „Wir würden gerne mehr ausbilden, aber wir kriegen die Leute nicht“, bedauerte Riedle vor dem vollbesetzten Sitzungssaal des Landratsamts. Auch Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, nannte den Mangel an Fachkräften und Auszubildenden „unser Mega-Thema“. Viele Betriebe werden dadurch ausgebremst.

Laut einer aktuellen Umfrage hatten zuletzt nur 14 Prozent der oberbayerischen Handwerksbetriebe keine Probleme bei der Rekrutierung von Mitarbeitern. Fast die Hälfte (45 Prozent) blieb bei der Suche erfolglos, 41 Prozent konnten immerhin mit Schwierigkeiten ihre offenen Stellen besetzen. Vor diesem Hintergrund begrüßt das Handwerk das Fachkräftezuwanderungsgesetz, das qualifizierte Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten ins Land holen soll. Trotz der angespannten Personalsituation rechnet Hüpers im laufenden Jahr mit weiteren guten Ergebnissen für das Handwerk, besonders dank der großen Nachfrage in den Bereichen Bau und Ausbau.

Wünsche an die Politik gibt es noch einige. Riedle beklagte die immer weiter anschwellende Bürokratie, die mittlerweile der vielköpfigen Hydra aus der griechischen Mythologie gleiche. Überfällig sei eine Senkung der Steuer- und Abgabenlast. Bei der Grundsteuer plädieren die Handwerker für ein sachwertbe­zogenes Modell („einfach, pragmatisch und gerecht“), bei den Stromkosten hoffen sie auf Bezahlbarkeit auch nach dem end­gültigen Ausstieg aus der Kernkraft in drei Jahren. Riedle forderte außerdem genügend Gewerbeflächen für expansionswillige Betriebe, statt „in jedem Dorf Edeka, Netto und andere Märkte“ anzusiedeln.

Von der Schwierigkeit, neue Gewerbeflächen auszuweisen, sprach auch Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner in seinem Grußwort. In der Lechstadt sind bis 2035 insgesamt 30 Hektar neues Bauland für Betriebe vorgesehen. Diese Menge im Flächennutzungsplan unterzubringen, sei „nicht so einfach“.

Landrat Thomas Eichinger mahnte mehr Gemeinsamkeit in der Gesellschaft an und warnte vor zunehmendem Anspruchsdenken und Unduldsamkeit den Fehlern anderer gegenüber. Er zitierte eine alte Handwerker-­Maxime: „Wir alle seins Brüder, wir alle seins gleich.“

Den Goldenen Meisterbrief für mindestens 35 Jahre Tätigkeit verlieh Riedle an fünf anwesende Handwerksmeister, sechs weitere bekommen die Ehrung nachgereicht. Weitere Auszeichnungen gab es für langjährige Betriebszugehörigkeit und besonders herausragende Nachwuchskräfte. Als Meisterfrau wurde heuer Birgit Pfatischer aus Unterdießen gewürdigt.

Für Musik und Tanz sorgten die Blasmusik aus Denklingen und die Schongauer Faschingsgesellschaft.

Ulrike Osman

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