Pippilotta und Moulin Rouge

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Allerhand Streiche hatten sich die jungen Musiker der Sing- und Musikschule für ihr Neujahrskonzert in der Lechau-Halle vorgenommen.

Kaufering – „Neujahrs-Streiche“ – unter diesem verheißungsvollen Titel stand das Neujahrskonzert der Streich­orchester der Sing- und Musikschule und der Streicherklassen. Musikschulleiter Lothar Kirsch verriet in seiner Begrüßungsrede in der vollbesetzten Lechau-Halle Kaufering, dass sich die jungen Musiker so einige Streiche vorgenommen hätten.

Eröffnet wurde das Konzert von den beiden Streicherklassen der Platanenschule unter der Leitung von Beate Leupold und Katharina Kraus. „Klingt es schön in diesem Haus, erhalten wir Applaus“ – singend und mit feinen Pizzicato-Klängen zeigten die Zweitklässler ihr erstes Können auf den Streichinstrumenten. Mit dem „Gespenstertango“ hatte sich die 3. Klasse sogar ein komplettes kleines Singspiel erarbeitet, das sie mit viel Spielfreude präsentierten.

Das Mini-Orchester unter der Leitung von Lisa Pokorny wünschte dem Publikum mit dem „St. Patrick’s Reel“ gleich viel Glück für das neue Jahr. Schwungvoll ging es weiter mit einem Hauch von Moulin Rouge: Bei Offenbachs berühmtem „CanCan“ – hier natürlich in einer, wie Pokorny betonte, ganz legalen, weil jugendfreien Version, hielt es die Zuhörer kaum auf ihren Sitzen. Mit dem „Marsch der Perser“ von Georg Friedrich Händel entführte das Mini-Orchester die Zuhörer in die Barockzeit und erfüllte die Halle mit festlichen, dynamisch abwechslungsreichen Klängen.

Die herrschaftliche Stimmung aufgreifend, präsentierte das Maxi-Orchester (am Dirigentenpult Katharina Kraus) das „Te deum“ von Charpentier – vielen noch bekannt als Eurovisionsmelodie. Im schwungvoll treibenden „Presto“ zeigten die jungen Musiker, wie gut sie aufeinander eingespielt sind. Die starke Bassgruppe bildete ein solides Fundament, während die Melodie durch die hohen Streicherstimmen jagte.

„Überwältigend – atemberaubend“, „tänzerisch – sanft“: Unterschiedlicher konnten die Beschreibungen nicht sein, mit denen die Streicherinnen und Streicher des „Sinfonietta“ selbst ihr erstes Stück charakterisierten. Und doch fand der Zuhörer in Antonin Dvoráks „Humoreske“ all das wieder, was die Kinder in der letzten Probe auf kleine Zettel geschrieben hatten, die Beate Leupold dem Publikum vorlas. Rhythmisch anspruchsvoll war auch „El piccaflor pasa“ aus der Ecuador-Suite von Regine Nosske, im Stil eines Tanzes aus den Anden.

Der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms bildete den furiosen Abschluss des „Sinfonietta“-Programms. Und auch hier hatte das Orchester Überraschungen parat: In den Generalpausen ließen ausgewählte Zuhörer taktgenau Luftballons platzen. Mitreißend und leidenschaftlich präsentierten die jungen Musiker ihr Glanzstück.

Für das große Finale versammelten sich noch einmal alle Ensembles auf der Bühne zu einem eindrucksvollen Schlusstableau: Alle Kinder sangen und spielten gemeinsam als das „Pippilotta-­Streichholz-Orchester“ das Lied von „Pippi Langstrumpf“. Das begeisterte Publikum dankte den Kindern und vor allem auch den drei engagierten Dirigentinnen mit langanhaltendem Beifall für einen kurzweiligen und rundum gelungenen Konzertabend.

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