Neun Treffer und doch verloren – EVL unterliegt gegen Bad Nauheim und Deggendorf

Es läuft weiter alles andere als rund beim EV Landsberg 2000. Der Tabellenletzte hat am Wochenende schon wieder zwei Niederlagen kassiert, ist nun schon wieder seit fünf Spielen am Stück sieglos und liegt weiter abgeschlagen jenseits von Gut und Böse. Zwar haben die EVL-Cracks am Freitag und Sonntag insgesamt neunmal ins gegnerische Tor getroffen. Für einen Sieg gegen die Roten Teufel Bad Nauheim (5:9) und Deggendorf Fire (4:5) hat es aber nicht gereicht.

Eishockey grotesk war am Freitag in Bad Nauheim zu sehen. Der EVL gab von Anfang an mächtig Gas, setzte die Roten Teufel unter Druck und erspielte sich zahlreiche Torchancen. Der Fleiß wurde bereits nach zehn Minuten belohnt. Nach einem groben Fehler in der Nauheimer Hintermannschaft stand Clayton Barthel nach einem Pass von Ross McCain goldrichtig und mit einem Handgelenksschuss besorgte er das 0:1. Quasi postwendend aber der Ausgleich für die Roten Teufel. In Überzahl reagierte Alexander Baum nach einem Abpraller am schnellsten und versenkte die Scheibe zum 1:1 in der 13. Minute. Landsberg davor und danach weiter die bessere Mannschaft aber im Abschluss waren die Mannen von Franz Xaver-Ibelherr einfach zu hektisch. Ganz anders die Hausherren. Drei Minuten vor Drittelende besorgte Nauheims Torjäger Kevin Lavallee mit einem feinen Handgelenksschuss in den Torwinkel sogar die 2:1-Drittelführung. Aber die Landsberger zeigten sich keineswegs geschockt und spielten genauso stark weiter, wie im ersten Abschnitt. Das große Manko blieb aber weiterhin das Toreschießen. Es musste erneut ein schwerer Patzer in der Nauheimer Abwehr herhalten, den am Ende Tobias Kastenmeier zum 2:2 in der 29. Minute nutzte. Was aber danach passierte, ist allen Landsbergern vermutlich heute noch ein Rätsel. Huhn und Preston wanderten auf die Strafbank und der EVL verlor völlig den Faden. Die Überzahl nutzten Patrick Gogulla in der 35. Minute und Kevin Lavallee in der 36. Minute erst zum 4:2, danach war quasi jeder Schuss ein Treffer. Wieder Lavallee, in der 38. Minute, und zweimal Eric Haiduk in der 39. und 40. Minute schraubten das Ergebnis auf 7:2. "Wie man so ein Spiel innerhalb von fünf Minuten so aus der Hand geben kann, ist mir ein Rätsel", war Coach Ibelherr nach der Partie noch immer fassungslos. Das Spiel war nach 40 Minuten gelaufen. Die EVL-Spieler ließen aber die Köpfe nicht hängen und versuchten zumindest Ergebniskosmetik zu betreiben. Alex White in der 44. Minute und zweimal Jordie Preston in der 54. und 59. Minute schafften zumindest die Tore drei, vier und fünf. Für Bad Nauheim trafen noch Tobias Schwab in der 51. Minute und Lanny Gare in der 57. Minute zum 9:5-Endstand. Die Landsberger schienen die Niederlage nicht gut verdaut zu haben. Gegen Deggendorf waren am Sonntag vor der Minuskulisse von 597 Zuschauern gerade mal 75 Sekunden gespielt, da lag die Scheibe bereits zum 0:1 im eigenen Tor. Nach einem Bully durfte Mike Forgie am rechten Pfosten das Spielgerät ungestört über die Linie stochern. Auch danach wurde es aus EVL-Sicht nicht sonderlich besser. Mehrfach durften sich die Hausherren bei den Deggendorfern bedanken, dass sie ihre Chancen fahrlässig vergaben. Erst als die Gäste dann zum ersten Mal in Überzahl aufs Eis durften schlug es zum zweiten Mal hinter Varian Kirst ein. Michael Hengen setzte einen Schlenzer in den linken Torwinkel in der 8. Minute. Franz-Xaver Ibelherr hatte genug gesehen. Der Übungsleiter nahm eine Auszeit und stauchte seine Truppe ordentlich zusammen. Außerdem nahm er, wie fast in jedem Spiel, seinen Goalie aus dem Spiel und ersetzte ihn durch Alexander Reichelmeir. Das Signal, dass der Trainer damit gesetzt hatte, schien zu wirken. Wenig später wäre Markus Rohde fast den Anschlusstreffer gelungen, traf aber nur den linken Pfosten in der 9. Minute. Daniel Huhn machte es gut drei Minuten später besser. Nach einem Traumpass von Brent Fritz steuerte er alleine auf das Gästetor zu und schaffte mit einem gekonnten Lupfer das 1:2 in der 13. Minute. Die Freude war aber schnell wieder vorbei. Nach einem nicht gegebenen Abseitstor der Deggendorfer, besorgten die Landsberger den dritten Gegentreffer gleich selbst. Nach einem Querpass von Timo Borrmann stiefelte ein EVL-Verteidiger die Scheibe zum 1:3 in der 18. Minute über die eigene Torlinie. Im zweiten Drittel wurde es zunächst auch nicht besser. Bereits in den ersten Sekunden musste Alexander Reichelmeir Kopf und Kragen riskieren um nicht das vierte Gegentor zu kassieren. Allerdings musste der EVL-Kepper nicht lange darauf warten. In eigener Überzahl ließen sich seine Vordermänner von John Sicinski den Puck abjagen. Der Kanadier lief alleine auf Reichelmeir zu, verlud ihn mustergültig und besorgte damit das 1:4 in der 24. Minute. Quasi im Gegenzug dann doch wieder mal ein Landsberger Treffer. Nach Vorarbeit von Jordie Preston versenkte Clayton Barthel die Scheibe direkt zum 2:4. Vom EVL2000 kam danach zu wenig um das Spiel zu biegen. Folgerichtig besorgte Philip Wienzierl in Überzahl mit einem Schlenzer in den rechten Torwinkel das 2:5 (32.). Allerdings hätte der Treffer der Gäste nicht zählen dürfen, weil Schiedsrichter Maximilian Plitz zuvor ein Foul an Sebastian Wolsch übersah. Allerdings hatten die Landsberger kurz darauf auch Glück – Dominik Retzer traf nur den linken Pfosten. Im letzten Abschnitt passierte lange nichts. Der EVL fand kein Mittel, die Gästeabwehr zu knacken – bis zur 50. Minute. Erst machte Markus Rohde das 3:5, dann kassierten die Deggendorfer gleich zwei Strafen. Doch die doppelte Überzahl ließen die Hausherren gänzlich ungenutzt. Zwar schaffte Markus Rohde 75 Sekunden vor dem Ende noch den 4:5-Anschlusstreffer, für einen weiteres Tor reichte es aber nicht. Schlagbarer Gegner Wann die EVL-Fans wieder einen Sieg bejubeln dürfen, steht in den Sternen. Die Chancen dafür stehen am kommenden Wochenende gar nicht so schlecht. Am Freitag gastiert der EHC Klostersee am Hungerbachweg. Die Grafinger fielen zuletzt eher durch hohe Niederlagen auf. schwieriger wird die Aufgabe am Sonntag beim ESV Kaufbeuren. Nicht mit dabei sein, aufgrund eines Kreuzbandrisses, wird dann Andreas Widmann. Auch Patrick Gruber wird noch länger ausfallen. Ob Noah Katz mitspielen wird, entscheidet sich im Laufe der Woche.

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