"Nicht ganz so dynamisch"

Wettbewerbssiegerin Rita Lex-Kerfers wünscht sich für den südlichen Bereich der Seeanlage den baldigen Bau der von ihr geplanten Stufenlage als Anbindung zum See. Foto: Nagl

Mit der Neugestaltung der Seeanlagen hat sich jüngst die Architektenvereinigung Wessobrunner Kreis im Blauen Haus beschäftigt. Wie Hausherr Jürgen Bahls erinnerte, sei der Ideenwettbewerb vom Kreis angestoßen worden. Die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses sei bislang allerdings „nicht ganz so dynamisch verlaufen“. Der politische Wille dazu müsse nicht allein bei der Marktgemeinde vorausgesetzt werden, sondern auch beim Haupteigentümer, dem Freistaat Bayern, gab der Uttinger Architekt Wolf-Eckart Lüps zu bedenken.

Laut Bürgermeister Herbert Kirsch hat auch der Landkreis Landsberg den Wettbewerb vor drei Jahren stark unterstützt und dank des Konjunkturpaketes 2010 sei heute ein zweiter Zugang zu den Seeanlagen nördlich vom Bahnhof vorhanden. Allerdings gelte das Konjunkturpaket nicht für die Sanierung einer ehemaligen Hausmülldeponie, als die sich der Festplatz und auch ein Teil des Gebietes westlich der Gleise mittlerweile entpuppten. Allein dafür kämen auf die Gemeinde nun Kosten in Höhe von rund 200000 Euro zu, und zwei bis drei Jahre werden die notwendigen Untersuchungen wohl dauern. Besser sehe es im Boxler-Garten südlich des Mühlbaches aus. Dort werde umgehend ein neues Kneippbecken entstehen. Kirsch versprach: „Nächstes Jahr können wir dort kneippen“. Auch wenn die bevorstehende Umgestaltung der Mühlstraße, „die Kapazitäten der Gemeinde für einige Jahre bündeln“ werde, sollen parallel dazu Gespräche mit der Regierung hinsichtlich der Eingemeindung der Seeanlagen geführt werden. „Hier muss die Politik entscheiden, aber was möglich ist, wird gemacht“, betonte Kirsch. Der zentrale Bereich um Dampfersteg, ADK-Pavillon und Mühlbach ist der gemeindlichen Planungshoheit bislang entzogen. Der Bereich um das Strandhotel, der im Ideenwettbewerb als idealer Platz für einen Biergarten ausgewiesen wurde, ist an ein Erbbaurecht gebunden, das noch nicht einmal zur Hälfte abgelaufen ist. Vor der Wahl 2014 Von großer Bedeutung ist nach Ansicht des Wessobrunner Kreises im Zusammenhang mit der Sanierung der Mühlstraße der Anschluss zur Seeanlage im Bereich der Bahnunterführung beim Mühlbach. Laut Kirsch muss die Marktgemeinde allein für diesen Planungsabschnitt 400000 bis 800000 Euro einplanen. Die Bahn sei bislang nicht bereit, sich an einer Neugestaltung der Unterführung zu beteiligen. Trotzdem sei es sein Ziel, den Ausbau der Mühlstraße vor der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2014 in trockenen Tüchern zu haben. „Diesen Ehrgeiz haben wir im Gemeinderat“, betonte der Bürgermeister. Bahls befürchtete jedoch, dass dann für die Seeanlage kein Geld mehr übrig sein könne. Vergebens sei der Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Seeanlagen keinesfalls gewesen, widersprach Kirsch auf Nachfrage des UBV-Vorsitzenden Bodo Leimkohl. Den Rahmenplan könne er vorzeigen, wenn demnächst wieder über die Eingemeindung von außermärkischem Gebiet gesprochen werde. Und Wettbewerbsiegerin Rita Lex-Kerfers betonte: „Die Seeanlage hat von oben bis unten Potenziale, die nicht wahrgenommen werden.“ Wichtig sei es, in absehbarer Zeit an zentraler Stelle Zeichen setzen. Dies könne zum Beispiel der Bau der geplanten Stufenanlagen als Seezugang sein. Vorab müsse allerdings der Bereich am Dampfersteg ausgebaggert werden, ergänzte Bürgermeister Kirsch – ein Vor­- haben, das ebenfalls mit hohen Kosten verbunden sei.

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