Von der B17 aus nicht zu sehen – 400 Meter langer Schutzwall soll die Sicht aufs Edeka-Logistikzentrum nehmen

Bürgermeister Dr. Klaus Bühler will das Edeka-Logistikzentrum an die Lechgemeinde holen. Nachdem der KREISBOTE in der vergangenen Woche erstmals darüber berichtete, ging das Marktgemeindeoberhaupt an die Öffentlichkeit. Und warf wichtige Argumente in die Waagschale, die für eine Ansiedlung des Logistikzentrums sprechen würden. Klar machte er aber auch, dass das Projekt nur im Schulterschluss mit der Stadt Landsberg zu realisieren ist.

Wie Dr. Bühler ausführte, sei er im August auf Edeka zugegangen und hatte das Areal östlich der B17(alt) als möglichen Standort angeboten – unmittelbar am Biomasseheizkraftwerk im Süden Kauferings. Die Lage sei ideal, allein durch die Anbindung an die A96 und B17. Darüber hinaus sei die rund 25 Hektar große Fläche im Regionalplan als Bereich gekennzeichnet, der für die Siedlungsentwicklung – Wohnbebauung und Gewerbe – besonders gut geeignet sei, betonte Bühler. Zudem sei der Boden sehr kieslastig und würde sich somit für eine landwirtschaftliche Nutzung kaum eignen. Der Rathauschef betonte in diesem Zusammenhang, dass das im Regionalplan ausgewiesene Trenngrün zwischen Landsberg und Kaufering westlich der B17 an der Bundesstraße ende. Die 17 Grundstückseigentümer der avisierten Fläche für Edeka hätten bereits mittels Handschlagvertrag ihre Verkaufsabsichten bekräftigt. Sollte Edeka den Weg nach Kaufering finden, dann werden laut Bühler rund 60000 Quadratmeter Hallenflächen verbaut. Die Gebäude hätten eine Höhe von bis zu 16 Meter, wobei die Haupthalle bis zu 26 Meter in die Höhe ragen würde. Sie sollen baulich so angeordnet werden, dass sie in einer Sichtachse mit Biomasseheizkraftwerk und dem geplanten Hochlager bei Hilti liegen. Letzteres wird an die 30 Meter hoch sein. Laut dem Rathauschef werde das Edeka-Gelände, da leicht abfallend, um bis zu vier Meter abgesenkt. Entlang der B17 sei auf gut 400 Meter Länge eine sechs Meter hohe Schallschutzwall vorgesehen. „Somit ist das Logistikzentrum von der Straße kaum zu sehen“, erläuterte Bühler. Unabhängig davon stehe und falle das Projekt mit der Einhaltung der Lärmschutzverordnung, „sonst ist das Projekt für uns beendet.“ Nur von der B17neu In diesem Zusammenhang führte Dr. Bühler die zu erwartenden 1000 Lkw-An- und Abfahrten pro Tag an, die sich bezogen auf Kaufering bislang rein rechnerisch auf rund 50 Fahrten für die Lechfeldgemeinde reduzieren ließen. Erreicht werden könnte dies, indem sich Edeka notariell verpflichtet, nicht durch Kaufering zu fahren. Stattdessen sollten die Fahrzeuge über die A96 und die B17 (neu) ins und vom Logistikzentrum rollen. Klar ist, dass Edeka Südbayern im Schnittbereich von A96 und B17 ein Logistikzentrum mit einem Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Euro errichten wolle. Für den Landkreis Landsberg sei der Standort Kaufering nach Ansicht Bühlers „wohl die letzte Chance“, nachdem die Ansiedlungspläne in Greifenberg, dann Landsberg und zuletzt Stillerhof bei Penzing scheiterten. Immerhin würde eine Ansiedlung rund 500 Arbeitsplätze, vom EDV-Mann über Lkw-Fahrer bis hin zu einfachen Arbeitern in den Landkreis bringen. Zudem erwartet Bühler jährliche Gewerbesteuereinnahmen im sechsstelligen Bereich. Ein gewichtiger Grund für den Kauferinger Bürgermeister ist eine weitere Auslastung des neuen Biomasseheizkraftwerkes. „Wir könnten im Sommerloch Nahwärme an Edeka verkaufen, die damit ihre Kühlanlagen betreiben. Das ist technisch machbar.“ Auch einen Zeitplan hat er bereits in der Tasche. Im günstigsten Fall kann demnach Mitte nächsten Jahres der Bebauungsplan rechtskräftig werden. Bei gut anderthalb Jahren Bauzeit könnte das Logistikzentrum Ende 2010 seinen Betrieb aufnehmen. Ohne die Lechstadt ist das Projekt allerdings nicht zu realisieren, da rund ein Drittel der vorgesehenen Fläche auf Landsberger Flur liegt (siehe Luftbild). „Sollte Landsberg nicht mitziehen, müssen wir das Vorhaben stoppen“, machte Bühler deutlich. Daher würden sowohl Stadtrat als auch Marktgemeinderat in den nächsten Sitzungen über das Vorhaben befinden müssen. Für Kaufering sei der Tenor in den Fraktionen insgesamt eher positiv, „mit graduellen Unterschieden“, so Bühler. In der Lechstadt wird sich am heutigen Mittwoch der Finanzausschuss mit Edeka befassen.

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