Nichts zu befürchten

Polizeisprecher Franz Kreuzer (links) und Dienststellenleiter Alfred Geyer stellten kürzlich die Kriminalstatistik des Landkreises vor. Foto: Bauch

„In Landsberg können Sie ruhig schlafen“, versichert Alfred Geyer, Leiter der Polizeiinspektion Landsberg. Zwar seien die Straftaten im Zuständigkeitsbereich insgesamt um 2,2 Prozent gestiegen, doch laut der Statistik von 2011 handelt es sich kaum um schwerwiegende Verbrechen. Allerdings haben Diebstähle jeglicher Art zugenommen und auch zu Sachbeschädigungen sei es im Landkreis vergangenes Jahr auffällig häufig gekommen, was Geyer teilweise dem Konsum von Alkohol beimisst.

Letztes Jahr hat es im Bereich der Polizei Landsberg genau 3169 registrierte Straftaten gegeben, teilt Geyer mit. „Das sind gegenüber dem Vorjahr 87 mehr.“ Einen starken Anstieg habe man besonders bei Diebstählen jeglicher Art festgestellt: 24,8 mehr als im Jahr zuvor. „Das heißt es wurde ein Behältnis, eine Tür oder ein Schloss aufgebrochen“, erklärt der Dienststellenleiter. Ladendiebstähle nahmen vergangenes Jahr dramatisch zu – 22 Prozent mehr als noch 2010. Besonders bei Kindern und Jugendlichen käme das immer häufiger vor. „Früher waren vielleicht die Kaufhaus-detektive aktiver“, meint Geyer. Auch vor Fahrrädern machen Langfinger nicht selten Halt. „Nahezu jede dritte Straftat ist ein Diebstahl.“ Auffällig sei zudem die hohe Zahl der Sachbeschädigungen mit einem Zuwachs von 25,8 Prozent. „Wir stellen immer wieder fest, dass das auch mit der Sauferei zu tun hat.“ Die Betrunkenen würden wohl auf diese Art ihre Aggressionen ausleben. Einige Präventionsprojekte, die die Polizei bereits organisiert hat, sprechen dieses Thema konkret an. Schwerstkriminelle Vorfälle habe es dagegen im vergangenen Jahr im Landkreis kaum gegeben. Etwa wurde nur eine sogenannte Straftat gegen das Leben verübt und somit 75 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Auch die Zahl der Vergewaltigungen habe um über 57 Prozent abgenommen. In der Statistik sticht ins Auge, dass nur etwa ein Drittel der Tatverdächtigen im Landkreis selbst wohnt. „Wir haben hier viel importierte Kriminalität“, so Geyer. Das sei vor allem in der Stadt Landsberg der Fall, da sie das Zentrum des Landkreises sei und dort viele Veranstaltungen stattfinden. Um 7,3 Prozent stieg die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzungen. „Insgesamt stehen rund 40 Prozent der Körperverletzter unter Alkoholeinfluss“. Und gerade das ließe auch den Respekt gegenüber der Beamten sinken. „Alkohol und Gewalt korrespondieren in gewisser Weise“, urteilt Geyer. Bestes Beispiel: Bei einem Eishockeyspiel Anfang letztes Jahres wurden Polizeibeamte von Randalierern angespuckt und angegriffen. „Sie waren daraufhin gezwungen, Pfefferspray einzusetzen.“ Dennoch habe man im Landkreis nichts zu befürchten: Im Vergleich sei das Gebiet um Lech und Ammersee sehr sicher.

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