Nichts zu holen für den EVL – Klatsche in Passau, 2:3 gegen Kaufbeuren

Ausgerechnet Jordan Webb werden sich die EVL-Fans am Sonntagabend gedacht haben. Vor zwei Jahren war der kleine Kanadier Publikumsliebling in Landsberg. Am Wochenende hat er dem EVL aber gründlich die Suppe versalzen. Mit seinem Tor in der Verlängerung schoss er seinen ESV Kaufbeuren zum schmeichelhaften 3:2. Nichts zu holen gab es für die Ibelherr-Truppe dagegen am Freitag beim 0:8 in Passau.

Das Spiel des EVL in Passau wird mit Sicherheit als eines der schlechtesten Partien einer Landsberger Eishockeymannschaft eingehen. Völlig von der Rolle präsentierten sich die Mannen von Franz-Xaver Ibelherr gegen die ohnehin schon ersatzgeschwächten Drei-Flüsse-Städter. Das begann bereits nach 55 Sekunden als Tim Krymusa unbeschwert zum 1:0 für Passau einnetzte. Die Hausherren setzten nach, spielten die Landsberger phasenweise an die Wand. Bestes Beispiel, die 8. Minute. Der EVL in Überzahl mit Scheibenverlust. Mike Muller schnappte sich die Scheibe, bediente mustergültig Vladimir Gomov, der seinen Alleingang zum 2:0 abschloss. Dann ging es Schlag auf Schlag. Landsberg kassierte zwei dumme Strafen - Daniel Bucheli in der 10. Minute und Michael Schwarzkugler besorgten in der 12. Minute die beruhigende 4:0-Pausenführung. Nach Gegentor Nummer drei war übrigens wieder einmal Schluss für den schwachen Varian Kirst. Im zweiten Abschnitt dann der EVL besser im Spiel und sogar mit der Chance, zumindest den Anschluss zu schaffen. Vor allem in der 27. Minute, als zwei Landsberger alleine auf Passaus Goalie Daniel Huber zuliefen, allerdings kläglich scheiterten. Von den Hausherren kam so gut wie gar nichts mehr, bis fünf Minuten vor Ende der zweiten 20 Minuten. Betonabwehr Bezeichnenderweise nach einer Landsberger Auszeit drehten die Black Hawks wieder auf und erhöhten binnen 263 Sekunden durch Bastian Werner in der 35. Minute und Marc Desloges in 37./40. Minute auf 7:0. Keine Frage, das Debakel war perfekt, zumal die Gastgeber auch im letzten Drittel noch die Chance hatten, das Ergebnis zweistellig zu gestalten. Die Passauer schalteten aber drei Gänge zurück und schafften durch Alexander Popp in der 59. Minute nur noch den 8:0-Endstand. Dass die Landsberger auch anders können, bewies die Mannschaft keine 48 Stunden später. Vor immerhin 1.339 Zuschauern bot die Mannschaft eine engagierte Leistung, vor allem in der Defensive. Trainer Franz-Xaver Ibelherr ließ in der Abwehr Beton anrühren, um zumindest das erste Drittel ohne Gegentor zu überstehen. Es gelang, auch wenn die Kaufbeuren etliche Male gefährlich vor Varian Kirst auftauchten. Im Gegensatz zu den letzten Partien zeigte sich der Deutsch-Kanadier in blendender Form und parierte in den ersten 20 Minuten gegen Saurette, Webb und Hitzelberger gleich mehrfach. Ärger wegen Schiri Im zweiten Drittel taten die Landsberger dann mehr für die Offensive. 91 Sekunden waren vorbei als die Kaufbeurer in eigener Überzahl die Scheibe verloren. Brent Fritz und Sebastian Wolsch fuhren einen blitzschnellen Konter und Wolsch donnerte einen Querpass zur viel umjubelten 1:0-Führung in die Maschen. Doch der Freude wich schnell ein Pfeiffkonzert der EVL-Fans. Nicht weil ihre Lieblinge wieder an Rumpel-Eishockey-Zeiten anknüpften, sondern weil Schiedsrichter Adam Niejodek einen Landsberger nach dem anderen auf die Bank setzte. Zu allem Überfluss gab der Mann aus München, in der 32. Minute einen, allerdings berechtigten Penalty. Dominik Krabbat ließ sich die Chance nicht nehmen und verlud Varian Kirst zum 1:1. Den Gipfel leistete sich das Schiedrichtergespann aber wenig später. Erst stellte er Andreas Widmann mit zwei Minuten vom Eis, nur weil ein ESVK-Spieler über seinen Schläger fiel. Als dann Franz-Xaver Ibelherr noch ausrichten ließ, er wolle nicht mit dem Schiedsrichter sprechen, verhängte der Referee noch eine Bankstrafe. Die Folge war eine doppelte Überzahl der Gäste und das 1:2 durch Derek Switzer in der 40. Minute. Die Landsberger ließen sich aber nicht hängen, kämpften zurück und brachten die ESVK-Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen. Sechs Minuten vor dem Ende wurde das dann auch belohnt. In Überzahl verwertete Markus Rohde ein Zuspiel von Ross McCain zum 2:2-Ausgleich in der 55. Minute. Die Kaufbeurer durften sich in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit dann noch bei der Glücksgöttin Fortuna bedanken. Nach einem Schuss musste der Pfosten für den bereits geschlagenen Schlussmann Leo Conti retten. Somit ging es also in die Overtime, wo sich das Schiedsrichtergespann endgültig den Zorn der EVL-Fans zuzog. Nach einem Zweikampf stellte Niejodek Daniel Nörenberg vom Eis – allerdings erst nachdem die Kaufbeurer Fans wild protestierten. Im anschließenden Powerplay nutzte Jordan Webb die Gunst der Stunde und traf gegen seinen Ex-Verein zum entscheidenden 2:3 in der 63. Minute. Auch lange nach dem Spiel hatte sich Franz-Xaver Ibelherr immer noch nicht beruhigt. „Für mich waren das zwei verlorene Punkte, weil der Schiedsrichter zwei Fehlentscheidungen getroffen hat“. Daher war die Freude zumindest über den einen Punkt auch nicht sonderlich groß. Am kommenden Wochenende geht es für den EVL2000 nun nach langer Zeit wieder einmal gegen eine Mannschaft aus der Oberliga-Nordgruppe. Am Freitag geht es zu den Roten Teufel Bad Nauheim. Beginn ist um 19.30 Uhr, am Sonntag kommt Deggendorf Fire. Dieses Spiel beginnt um 18 Uhr.

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