Noch einmal anschieben – Bürgermeisterin Viktoria Horber legt Epfacher Museumspläne beiseite

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ROSI GEIGER, Epfach – „Ich informiere Sie darüber, dass ich die Pläne zur Verwirklichung eines Museums im ehemaligen Schulgebäude nicht mehr weiter verfolgen werde.“ Das schreibt Denklingens Bürgermeisterin Viktoria Horber im jüngsten Gemeindeblatt. Doch so einfach ad acta legen wollen so manche Epfacher das Vorhaben noch nicht. Es gibt einige Stimmen, die sich nach wie vor für ein römisches Museum in der alten Schule einsetzen möchten. Ihre Entscheidung begründet Bürgermeisterin Horber vor allem mit dem Verlauf der jüngsten Bürgerversammlung, wo die Mehrzahl der Wortmeldungen gegen das Museum war. „Ich bin überrascht über diese Wertung“, meint Pfarrgemeinderatsvorsitzender Peter Edenhofer. Wenn sich etwa ein Epfacher im Namen aller Ortsvereine für das Museum ausgesprochen hat, dann dürfe dies nach Ansicht Edenhofers nicht aus der Waagschale geworfen werden. Auf der Bürgerversammlung wurde, wie im KREISBOTEN berichtet, die Machbarkeitsstudie für ein Museum im ehemaligen Schulgebäude durch Volker Babucke präsentiert, sodass viele Bürger erst dort Informationen zum Museumskonzept erhielten. Normalerweise sind die Bürgerversammlungen der Gemeinde Denklingen mit maximal 80 Zuhörern besucht, diesmal waren es doppelt so viele. Dieser Fraktion der Museums-Gegner gleich im Anschluss an die Präsentation durch positive Argumente entgegenzutreten, sah man sich nicht in der Lage. „Nach so einem Informationsabend sollte der Bürger die Möglichkeit haben, sich in Ruhe eine Meinung zu bilden“, meint Maria Schweiger. Markus Martin, Vorsitzender des historischen Ausschusses, bedauert auch, dass keine konkreten Zahlen auf dem Tisch lagen, wieviel der Umbau zum Museum tatsächlich kosten würde. „Durch die Museumspädagogik hätte das Schulhaus weiterhin seinen Grundauftrag erfüllt, sieht Martin mit diesem Konzept nach wie vor eine ideale Verwendung für das Gebäude. Seine einzige Hoffnung wäre ein Mäzen, der vor allem finanziell das Projekt unterstützt. Von der Diskussion in der Bürgerschaft Epfachs, die der Kommentar ausgelöst hat, sei bei Viktoria Horber „so gut wie nichts angekommen“. Die Bürgermeisterin schließt daraus, dass die Mehrheit das Museum nicht wolle. „Es gibt eigentlich keine Alternative für das Gebäude“ meint jedoch Peter Eden- hofer und kündigt an, mit einigen Epfachern noch einmal „was anzuschieben“.

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