Noch einmal vom Eis am Lech träumen

Trotz der finanziellen Mehrbelastung wird es auch heuer wieder einen „Eistraum am Lech“ geben. Foto: Weh

Aus Fehlern kann und soll man lernen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Trotz des finanziellen Desasters bei der Premiere des „Eistraumes am Lech“ wird es auch in diesem Winter wieder Eislaufvergnügen unter freiem Himmel geben. Dafür und für die 50000 Euro-Subvention gab der Finanzausschuss des Stadtrates vor geraumer Zeit „Grünes Licht“. Freuen dürfen sich auch ganz sportliche Eisflitzer: sonntags von 14 bis 16 Uhr dürfen sie ab dem 3. Oktober wieder in der städtischen Eisporthalle flott ihre Runden drehen.

Ein rundum positives Resümé hätte FUN-Leiter Anton Sirch in seinem Bericht über den innerstädtischen „Eistraum am Lech“ ziehen können, wäre da nicht die finanzielle Kehrseite der Medaille gewesen. Die neue Form des öffentlichen Publikumslaufes zur Entlastung der Eissporthalle und Belebung der Innenstadt sollte unter dem Strich mit höchsten 20400 Euro Minus abschließen. Tatsächlich aber betrug das Defizit 764000 Euro, was einige Ratsmitglieder gehörig auf die Palme brachte. So sprach etwa Reinhard Skobrinsky (BAL) von einem „Albtraum am Lech“, Christoph Jell (UBV) wollte „freiwilligen Leistungen“ dieser Art sofort ein Ende bereiten und Ruth Satzger (Grüne) findet Kunsteis in der Stadtmitte aus ökologischer Sicht unver­- antwortlich. Die Gründe, weshalb FUN das Budget nicht annähernd halten konnte, sind vielschichtiger Natur. Schon der Aufbau der Eisfläche brachte erste Probleme, statt am 30. Oktober durften die Lechstädter erst ab 28. November eisträumen. Zudem musste der Ticketpreis von fünf auf drei Euro reduziert werden, so dass allein beim Eintritt 14000 Euro fehlten. Zuvor nicht kalkuliert worden waren gut 10000 Euro Baukosten sowie 4400 Euro für die Werbung. Völlig daneben lag FUN dann bei den Personalkosten. Sirch: „Wir gingen bei der Planung davon aus, dass wir das Angebot in der Innenstadt mit unseren Eismeistern, unterstützt durch eingewiesenes Hilfspersonal abdecken.“ Dem war aber nicht so, deshalb standen statt 5000 satte 37537 Euro zu Buche. Um in diesem Bereich Kosten zu sparen, soll die Eisbahn in diesem Jahr vormittags den Schulen vorbehalten bleiben. Die 12651 Besucher haben nach Ansicht des FUN-Leiters bewiesen, dass der „Eistraum“ ein „schönes und nachgefragtes Freizeitangebot“ sei – vor allem für Familien. Erfreulich sei weiterhin, dass es keine außergewöhnlichen Vorfälle wie Unfälle oder Vandalismus und keine einzige Beschwerde aus der Nachbarschaft gegeben habe. Bei seiner Kalkulation für den „Eistraum 2010/11“ an der Lechstraße geht Anton Sirch von 106500 Euro Gesamtkosten aus. Die Standortalternative am Sportzentrum hätte mit insgesamt 74000 Euro und einem Defizit von nur 29200 Euro zu Buche geschlagen. Damit allerdings wollten sich die Ratsmitglieder nicht näher befassen, da sie den „Eistraum am Lech“ als wichtiges Element zur weiteren Belebung der Landsberger In­nen­stadt ansehen.

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