Noch bis Ende 2010 – Musikschule Dießen bangt um ihren Namen

Aktiv möchte der Musikschulverein Dießen nun auf sein Problem aufmerksam machen: Zwar darf die Dießener Musikschule vorerst bis Ende 2010 ihren Namen weiterführen, aber für die Zukunft gibt es wenig Gewissheit. Laut Bayerischer Musikschulverordnung müsste man 51 Prozent der Lehrer fest anstellen, je nach Rechtsauslegung sogar alle – was auch große Musikschulen in Bedrängnis bringen dürfte. Zuschüsse für die geforderten ordentlichen An- stellungsverhältnisse fließen bisher aber nicht.

Die Musikschule kann derzeit weder von der Regierung von Oberbayern noch vom Verband der Bayerischen Sing- und Musikschulen, in den man aufgenommen werden möchte, noch von der Marktgemeinde Dießen verbindliche Zusagen bekommen, was jedoch die jeweils andere Stelle benötigt, um ihrerseits über Zahlungen zu beschließen. In der Zwickmühle Eine undurchschauliche und höchst unbefriedigende Situation, die Musikschulleiter Thomas Schmidt bei der Jahresversammlung beschrieb: „Meine Angst: Wir sitzen im Dezember 2010 immer noch ohne Zahlen da, und dann fragt die Regierung, was wir zwischenzeitlich gemacht haben und erkennt uns unseren Namen endgültig ab.“ Die Versammlung kam überein, medienwirksam die Werbetrommel zu rühren und auf die Zwickmühle der immerhin 25 Jahre alten Musikschule aufmerksam zu machen. Drei Musikschulen hatten vor dem Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihrer Namen geklagt – das Verfahren ruht, die Vollstreckung ist bis Ende 2010 ausgesetzt. 547 Mitglieder Positives konnte Schmidt über die Entwicklung des Dießener Institutes berichten. Die Schülerzahlen blieben mit 418 etwa konstant, wobei davon Dreiviertel Jugendliche sind. Der Musikschulverein hat 547 Mitglieder, etwas mehr als im Vorjahr, insgesamt zählte Schmidt 503 belegte Kurse. Sachaufwandsträger ist die Gemeinde, die für das laufende Jahr ihre Zahlungen sogar auf 29000 Euro aufstockte. Einige Renovierungsmaßnahmen tätigt der Verein regelmäßig selbst, dennoch stehen dringende Maßnahmen an. Nicht weiter tragbar seien die alten, teils kaputten Nachtspeicheröfen. SPD-Gemeinderätin und langjährige Vereinsvorsitzende Hanni Baur betonte jedoch, dass eine Lösung dafür in Sicht sei: der Anschluss an die Heizung im Jugendzentrum ist möglich. Weil die Musikschule trotz Gast- räumen in den drei Dießener Schulen aus allen Nähten platzt, wünscht sich Schmidt den Ausbau des Dachgeschosses: Dort könnte ein 70 bis 80 Quadratmeter großer Probenraum für Ensembles und Chor entstehen. Schmidt: „Vielleicht schaffen wir das ja, bis ich in Pension gehe – ich bin da Berufsoptimist.“

Auch interessant

Meistgelesen

40 Mal direkt in die Lehre
40 Mal direkt in die Lehre
Neue Könige der Gesellschaft?
Neue Könige der Gesellschaft?
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben

Kommentare