Noch mehr Jugendliche? Debatte um Erpftinger Jugendplatz

ie wohnen beide im beschaulichen Stadtteil Erpfting und erfreuen sich jeden Tag aufs Neue der ländlichen Idylle: Jugendreferentin Petra Kohler-Ettner (CSU) und Seniorenrefe­rentin Mar­tha Borgmann (UBV). Doch jetzt ist es vorbei mit der Ruhe. Die im Osten lebende Stadt­rä­tin ist stinksauer auf ihre Kollegin vom Westen, weil die ihr einen Jugendplatz vor die Nase setzen möchte. „Eine bodenlose Frechheit“ sei das, erzürnt sich Borgmann.

Wie im KREISBOTEN berichtet, hat Jugendreferentin Koh­ler-Ettner für die CSU-Stadtratsfraktion den Bau eines Jugendplatzes beantragt. Für die im Haushalt 2010 noch einzustellenden 70000 Euro sollte die vorhandene Halfpipe versetzt und ein Streethockeyplatz, Unterstellmöglichkeit sowie eine Hangel- und eine Mountainbike-Strecke entstehen. Wo? In der Eichkapellenstraße nahe der Wertstoffsammelstelle auf dem Gelände der vor 30 Jahren geschlossenen Mülldeponie. In punkto Lärmschutz befindet Antragstellerin Kohler-Ettner: „Der Platz ist weit genug von der Wohnbebauung entfernt.“ Allein das treibt der Seniorenreferentin die Zornesröte ins Ge­sicht. Den Standortvorschlag empfindet sie als „Zumutung“. Vehement sprach sich Borgmann im Finanzausschuss gegen das Vorhaben aus; sie werde sich mit allen Mitteln dage­- gen wehren. „Wir haben doch jetzt schon genug Jugendliche um uns rum“, ergriff sie das Wort für sich und ihre Nachbarn im Wohngebiet Eicheteile: Bolz- und Fußballplatz, Tennis, Stockbahn und dann noch der Radweg, der auch von Inlinern-Skatern intensiv genutzt werde. „Ich werde Unterschriften sammeln“, kündigte Borgmann an. Ihrer Ansicht nach könne man den Skaterplatz an der Straße Lands­berg-Erpfting mit wenig Aufwand ertüchtigen. Ungeachtet dieses Vetos einigte sich der Finanzausschuss gegen drei Stimmen darauf, in den nächsten beiden Jahren je 25000 Euro für einen Jugendplatz in den Haushalt einzustellen. Er soll aber nicht östlich, sondern westlich der Wertstoffsammelstelle auf rund 600 Quadratmeter städtischem Grund entstehen. OB Ingo Lehmann: „Dazu brauchen wir einen Bebauungsplan.“

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