Noch viel Luft nach oben

Fand wie seine Teamkollegen zu selten die Lücke in der guten Verteidigung des TSV Vilsbiburg: Landsbergs Aufbauspieler Josef Egger (weißes Trikot). Foto: Krivec

Trotz des Rückzugs der ersten Mannschaft der DJK Landsberg in die 2. Basketball-Regionalliga hatte der erste Spieltag nichts von seiner Brisanz verloren. Über 500 Zuschauer fanden zum ersten Heimspiel gegen den TSV Vilsbiburg den Weg ins Sportzentrum, denn da waren einige Fragen zu beantworten. Welche Rolle wird die DJK in der 2. Regionalliga Südost spielen und hat die Vorbereitung der Mannschaft durch den neuen Trainer Früchte getragen?

Dass man gegen den Geheimfavoriten der Liga keine leichte Aufgabe hatte, war klar, ein echter Gradmesser also für den Stellenwert der Heimmannschaft. Die Gäste setzten auch den ersten Akzent, kamen durch einen Ballverlust der DJK zu einem leichten ersten Korb. Das Spiel hatte kaum begonnen, da wurde es auch schon wieder durch die beiden Referees abgebrochen: ein technischer Defekt der Zeit-Anlage sorgte für eine fast 25-minütige Pause. Dann gings endlich weiter, mit einem Break von Lukas Klocker zum Ausgleich. Die Gastgeber begannen mit einer Mann-Deckung, die sie wieder in Ballbesitz brachte, Xaver Egger besorgte mit einem Dreier die viel bejubelte Führung. Jetzt schon zeigte sich aber, dass Vilsbiburg einige Hochkaräter in seinen Reihen hatte, beispielsweise den aus Kanada stammenden Justin Halleran, der von seinem Gegenspieler kaum gebremst werden konnte. Er und Xaver Egger auf der anderen Seite drückten der Begegnung ihren Stempel auf, so dass sich bereits im ersten Viertel ein abwechslungsreiches Spiel entwickelte, das mit 17: 17 noch kein Team im Vorteil sah. Landsbergs Trainer Roman Gese holte seinen Spielmacher zur Erholung auf die Bank und setzte nun das Vertrauen in seine Bankspieler. In der Folge zeigte sich, dass diese mit der Regionalligaluft erst vertraut werden müssen, die Gäste setzten sich mit acht Punkten etwas ab. Nachdem Xaver Egger aufs Spielfeld zurückkehrte, kam durch seinen sicheren Ballvortrag wieder mehr Ruhe in die Landsberger Aktionen. Nachlässigkeiten beim Ausblocken und ein unnötiges Foul im Ballbesitz verhinderten jedoch, dass man den Vorsprung der Gäste verkürzen konnte. Nachdem sich Marco Geidosch schwer tat, ins Spiel zu finden, konzentrierten sich die Vilsbiburger vor allem auf Xaver Egger, der neben einer penetranten Manndeckung auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit gedoppelt wurde. Trotzdem konnte er durch schöne Assists auf seine Mitspieler wie zum Beispiel Migala sein Team im Spiel halten. Mit 26:33 für die Gäste ging es in die Pause. Dem fachkundigen Zuschauer schwante angesichts der Tatsache, dass die Bank der Vilsbiburger wesentlich besser besetzt war, für die zweite Spielhälfte nichts Gutes. Die Landsberger begannen wieder mit einer Mann-Mann-Verteidigung und punkteten mit einer schönen Kombination zwischen Xaver Egger und Geidosch und durch erfolgreiche Rebounds von Teichner. Dem boten die Gäste Paroli, indem ihre markantesten Spielerpersönlichkeiten Halleran und Alexej Boudar Eins gegen Eins in die gegnerische Zone penetrierten und mit dem tödlichen Pass auf den freien Spieler unter dem Korb abschlossen. Das war schon perfekt vorgetragen und dominierte das Spiel mit laufender Spielzeit immer mehr. Trotzdem hatte die DJK eine starke Phase, Migala begeisterte das Publikum wiederholt durch mitreißende Blockaktionen, Geidosch steigerte sich sowohl in der Defensive als auch im Angriff. Kein Wunder, dass die Gastgeber bis auf 37:39 an den Gegner herankamen. Gegen dessen Routine und mannschaftliche Geschlossenheit – immerhin hatte der TSV zehn Vorbereitungsspiele absolviert – musste der zweite Landsberger Anzug passen. Mit einem 43:56-Rückstand beendete man das dritte Viertel. Man darf dem Trainer der DJK ein Kompliment machen, dass er seinen jungen Spielern trotz des Lehrgelds, das sie zahlen mussten, viel Spielzeit zugestand. Dass Vilsbiburg nicht davonziehen konnte, war dem Kampfgeist der Gastgeber zuzuschreiben. Unermüdlich rackerte Michi Teichner beim Kampf um die Rebounds, Eugene Hostetler spielte seine Erfahrung aus und punktete wiederholt unter dem Korb. Das Publikum honorierte diese Leistungen, indem es die Akteure begeistert anfeuerte. Mit dem Endergebnis von 68:78 darf man fürs erste zufrieden sein. Überragender Spieler auf Landsberger Seite war Xaver Egger mit 17 Punkten. Beim Gegner ragten Alexej Boudar (21) und Justin Halleran (20) heraus. Bleiben noch die beiden offenen Fragen zu beantworten. Roman Gese hat seine Schützlinge exzellent vorbereitet, konditionell wirkten sie gut austrainiert. Dass sie spielerisch noch nicht mit einem Gegner wie Vilsbiburg mithalten konnten ist kein Beinbruch, nicht jedes Team der Liga wird sich so stark präsentieren. Zweite Pleite Während das Spiel gegen Vilsbiburg bis kurz vor Schluss spannend blieb, verlief die zweite Partie der DJK am vergangenen Wochenende wesentlich eindeutiger – zum Leidwesen der Landsberger, die am Sonntag in Landshut mit 64:97 mehr als deutlich unter die Räder kamen. Gegen einen weiteren Mitfavoriten der Liga fanden die Gäste zu keiner Zeit richtig ins Spiel und lagen folgerichtig bereits zur Halbzeit mit 33:50 zurück. „Wir haben im Angriff gespielt wie die ersten Menschen“, ärgerte sich Kapitän Michael Teichner, dessen 17 Punkte auch nicht verhindern konnten, dass sich Landshut in der zweiten Hälfte weiter absetzte und letztlich einen verdienten Sieg feierte.

Auch interessant

Meistgelesen

Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus

Kommentare