Noch viele Baustellen

Die Tage von Steve Themm im Tor des EVL sind bereits wieder vorbei: Der Goalie schmiss aus Heimweh hin. Foto: Krivec

Es ist Bewegung drin beim EV Landsberg – vor allem auf der Torhüterposition. Nach Josef Mayer und Steve Themm sprach nun mit Rostislav Kosarek bereits der dritte Bewerber neben dem gesetzten Alex Reichelmeir für den Goalie-Posten vor; es dürfte allerdings noch ein weiterer dazukommen. Denn EVL-Trainer Dave Rich war nach den Partien in Sonthofen (5:4) und gegen Buchloe am Sonntag (3:2) nicht restlos von den Leistungen Kosareks überzeugt.

„Im Training war seine Vorstellung nicht so toll, in den beiden Spielen war es ok. Aber wir haben am Dienstag voraussichtlich einen weiteren Mann zum Test hier.“ Kai Kristian, der 19-jährige gebürtige Augsburger dürfte bei seinem derzeitigen Arbeitgeber in Dresden vor einer schweren Saison stehen, da man dort wiederum den früheren Landsberger Patrick Ashton als Backup verpflichtet hat. Dresden möchte Kristian wohl als Förderlizenzspieler in die Oberliga vermitteln, damit er dort Spielpraxis erhält. Das wäre für den EVL besonders deshalb interessant, weil sich die Kostenbelastung in Grenzen halten würde. „Wenn wir so eine günstige Lösung für die Torhüterstelle haben, könnten wir eventuell sogar noch einmal eine Verstärkung auf einer anderen Position holen“, hofft Dave Rich. Wo genau, das lässt er noch offen. „Wir sind hinten immer noch ziemlich anfällig, andererseits habe ich aber auch nicht sehr viele Stürmer. Wir müssen jetzt erst einmal sehen, wie sich Kristian im Training präsentiert, Kosarek ist ja am Dienstag auch noch einmal da. Dann ist da noch die Frage, wie sich das finanziell machen lässt und dann sehen wir weiter.“ Damit ist aber auch klar: Der EVL sucht eine Nummer eins im Tor und Alex Reichelmeir wird das somit nicht werden. Rich: „Ich weiß aber, dass er bereit ist und das ist wichtig für mich. Und er wird auch in dieser Saison seine Spiele machen.“ Die Kapitel Mayer und Themm sind dagegen für den EVL abgeschlossen. Themm verspürte Heimweh und reiste trotz abgeschlossener Vertragsverhandlungen in der vergangenen Woche zurück nach Kassel. Mayer zeigte offenbar weder Interesse noch Engagement – da Reichelmeir untertags einer geregelten Arbeit nachgeht, stand der EVL im Mittagstraining so mehrmals ohne Torwart da, wenn Mayer nicht auftauchte. „Die Schwierigkeiten mit Mayer und Themm haben uns Zeit gekostet, das ist ärgerlich. Jetzt testen wir eben weitere Leute", sagt der Coach. Dass noch Handlungsbedarf auf dieser Position besteht, wurde auch beim knappen Sieg gegen Buchloe vor 485 Zuschauern deutlich, als Kosarek viele Schüsse prallen ließ. Rich war trotzdem nach der Partie nicht allzu unzufrieden. „Das war wieder ein hochmotivierter Bayernligist, wie Sonthofen auch. Wir haben viele Chancen gehabt, dann im zweiten Drittel verdient die Tore geschossen, aber im letzten Drittel haben wir wieder einmal geschlafen. Die machen das 1:2, erwachen zu neuem Leben und schaffen auch noch den Ausgleich.“ Dass es dennoch zum Sieg reichte, war einer taktischen Finesse zu verdanken. Rich hatte zuvor mit seiner Mannschaft im Training mehrfach einen Spielzug vom Bully weg geübt und nahm eineinhalb Minuten vor Schluss seine Auszeit, um das noch einmal in Erinnerung zu rufen. „Hat ja geklappt", freute sich der Coach: Sigl erzielte den Siegtreffer mit einer Maßarbeit in den Winkel, zuvor hatten Michl und Drommeter den EVL im Mitteldrittel in Führung gebracht, Westerkamp und Ziegler trafen für Buchloe im Schlussabschnitt. Dass man gegen unterklassige Gegner nur zu knappen Siegen kam, sieht Rich gelassen: „Die Bayernliga wird in dieser Saison sehr, sehr stark sein, da sind jede Menge erfahrene Spieler unterwegs.“ Von denen hat der EVL inzwischen auch zwei auf den Kontingentpositionen, beide in der Verteidigung. Ricky Helmbrecht ist quasi ein Zögling von Dave Rich. Nachdem er sich in der Vorbereitung beim Zweitligisten Crimmitschau nicht wohlfühlte, weil er dort als fünfter Verteidiger zu wenig Eiszeit bekommen hätte und um Auflösung seines Vertrages bat, steht nun unversehens der nach Scorerpunkten beste Oberligaverteidiger der vergangenen Saison beim EVL unter Vertrag. Dazu kommt bekanntlich Nick Anderson. Bislang zeigten beide aber noch nicht ganz das, was sich der Trainer von ihnen erhofft. „Im Moment versuchen sie einfach zu viel.“ Zumindest im Fall von Anderson sind seine Ausflüge hinter das gegnerische Tor verständlich. Was sich noch nicht herumgesprochen hat: Der 31-jährige Amerikaner ist eigentlich Stürmer. Rich: „Er ist groß, er ist kräftig, er hat das Tempo, er kann also schon einmal eine Scheibe von einem Tor hinter das andere bringen. Aber er muss noch verstehen, was geht und was nicht.“ Das wäre schon am nächsten Wochenende hilfreich, wenn es ernst wird: Mit den Spielen in Passau und am Sonntag (19 Uhr) zuhause gegen Bad Tölz startet der EVL in die Punktrunde. Die Chancen sind laut Dave Rich schwer einzuschätzen. „Natürlich würde ich gerne sechs Punkte machen. Aber wir wissen nicht, wie stark die anderen Mannschaften sind. Es wird aber sicher nicht einfach für uns."

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