Plant Firma Steico Ansiedlung?

Nochmals ein Griff nach dem Staatswald bei Stillern

Staatsgut Stillern
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Im Staastwaldgebiet der Einöde Stillern soll sich ein holzverarbeitendes Unternehmen ansiedeln. Schon vor zwölf Jahren scheiterte Edeka mit diesem Wunsch.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Penzing – 2009 war das Waldgebiet der Bayerischen Staatsforsten beim Gut Stillern bereits heiß begehrt. Damals wollte sich Edeka dort ansiedeln, was schließlich aufgrund der lauten Proteste in der Bevölkerung nicht stattfand. Die Landtagsabgeordneten der Grünen Ludwig Hartmann und Gabriele Triebel sowie Peter Satzger, der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe des BUND Naturschutz informieren jetzt, dass es bereits konkrete Planungen für eine Ansiedlung einer holzverarbeitenden Firma im Bereich der Einöde Stillern gibt.

Konkret handle es sich um die Firma Steico, die im Bereich der Einöde Stillern südlich der Autobahn A 96 – im Gemeindegebiet Penzing – eine Ansiedlung plane, so Satzger. Hartmann und Triebel hatten infolge eine Anfrage über den Verkauf von Staatswaldflächen für eine Industrieansiedlung im Bereich Stillern an die Bayerische Staatsregierung gestellt. Gefragt wird nach der Größe und Art der betreffenden Flächen, ob Alternativstandorte geprüft wurden, ob neue Straßen zu bauen wären, ob ungenutze oder leerstehende Gewerbeflächen geprüft wurden und auch, ob die Ansiedlung dem Anbindegebot widerspreche.

Konkrete Planungen könne er noch nicht bestätigen, informiert Penzings Bürgermeister Peter Hammer. Der Gemeinde Penzing liege allerdings „eine dahingehende Anfrage zur Prüfung vor“. Man prüfe diese in der Verwaltung, zudem würden ‚Scoping-Termine‘ und Sondierungsgespräche stattfinden. Das von der EU vorgeschriebene Scoping bedeutet, dass in Hinblick auf Untersuchungen, wie sich das Projekt auf die Umwelt auswirkt, der genaue Raum und die genaue inhaltliche Tiefe dieser Untersuchungen festgelegt wird.

Dass die Ansiedelung diesem Anbindegebot des Landesentwicklungsprogramms widerspricht, davon ist Satzger überzeugt. Das Gebot besagt, dass neue Siedlungs- und Gewerbeflächen in Anbindung an geeignete Siedlungseinheiten auszuweisen sind. Das sei in der dortigen Einöde nicht gegeben, so Satzger. „Auch die seit 2018 geltenden Ausnahmen vom Anbindegebot treffen hier nicht zu. Somit ist eine Industrieansiedlung hier nicht genehmigungsfähig“, so Satzger weiter.

Zudem sei eine Versiegelung der Landschaft zu befürchten, die landwirtschaftlichen Flächen gingen ebenso verloren. Die erschließenden Straßen wie die autobahnbegleitende Ortsverbindungsstraße müsse „für den zu erwartenden Lastwagenverkehr ertüchtigt, sprich massiv verbreitert werden“.

Der BUND Naturschutz weise auf „die vielen Leerstände und nicht genutzten Flächen insbesondere auch Konversionsflächen im Landkreisgebiet“ hin. Hier gelte es, zuerst eine Bestandsaufnahme zu machen, so der Kreisvorsitzende Folkhart Glaser.

Der BUND Naturschutz wünsche sich eine „ortsbezogene, kritische und naturverträgliche Planung, die sowohl die Ansprüche der Schaffung von Arbeitsplätzen als auch die der Nachhaltigkeit berücksichtigt und erfüllt“. In Bezug auf Versprechen zu Arbeitsplätzen wolle man auch daran erinnern, dass bei der Ansiedlung des Großsägewerks Klausner – heute Ilim Timber – 1.000 Arbeitsplätze versprochen wurden, „aber nur ein Bruchteil dann wirklich kam“.

Gegen die Ansiedlung der Firma Steico sei grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings müssten auch dabei die Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms erfüllt werden. Im Landkreis gebe es bereits eine erhebliche Reduktion der landwirtschaftlichen Flächen durch „den Wildwuchs von Gewerbeflächen“, so Satzger.

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