Oben oder unten?

Die Straße zwischen Kaufering und der B17 neu soll künftig weiter nördlich verlaufen und ausgebaut werden. Ob der Bahnübergang mittels einer Brücke oder einer Unterführung höhenfrei wird, diskutierten die Ratsmitglieder. Foto: Weh

Die geplante Höhenfreimachung des Bahnüberganges zwischen Kaufering und Igling mittels einer Brücke hat wieder einmal die Gemüter im Marktgemeinderat erhitzt. Während Bürgermeister Dr. Klaus Bühler einen lärmschutzmindernden Belag beim Ausbau der Straße favorisiert, ist die GAL-Fraktion grundsätzlich für eine Unterführung. Und auch der neu geplante Radweg ist nach Meinung der GAL überflüssig.

Eigentlich ging es in der letzten Marktgemeinderatssitzung in diesem Jahr um die Einwände und Anregungen der Träger öffentlicher Belange, die im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des Bebauungsplanes gehört und beschlossen werden müssen. So hatte unter anderem die Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes empfohlen, das Lärmschutzgutachten um die Lärmwerte für die ungünstigst liegenden Anwesen zu ergänzen. Eine Formalie, die Marktgemeinderat Hans Koch (SPD) aber veranlasste, nachzufragen, ob auch bei dieser Straße daran gedacht sei, einen lärmschutzmindernden Belag – ähnlich wie in der Bayernstraße – aufzubringen. „Da sollten wir in jedem Fall mit dem Landkreis als Baulastträger verhandeln, dass der bessere Belag draufkommt “, sagte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler zustimmend. Alex Glaser (GAL) war davon nicht überzeugt: „So ein Belag ist nach fünf Jahren abgefahren.“ Die GAL-Fraktionsvorsitzende Gabriele Triebel hielt die ganze Lärmdiskussion ohnehin für überflüssig. „Irgendwann werden wir im Nachhinein wieder lärmmindernde Maßnahmen ergreifen müssen. Wer weiß, was uns das kostet? Ich sehe eine Unterführung als bessere Lösung“, sagte Triebel. Der Schwerlastverkehr werde auf dieser Straße, die den Verkehr aus Kaufering heraushalten und zur B17neu führen soll, zunehmen, der geschätzte Wert von 10000 Fahrzeugen am Tag sicher erreicht. „Auch wenn wir so viele Fahrzeuge haben, liegt der Lärmwert noch 8dB unter dem Grenzwert. Eine Unterführung wäre um rund 400000 Euro teurer. Einen sicheren Radweg deswegen in ein Loch zu legen, das würde ich nie machen“, sagte Bühler. Und weiter: „Wir wissen, dass Sie gegen die Straße sind.“ Das stimme nicht, so Glaser. Hier gehe es um eine Ober- oder Unterführung, „da werden keine Fußgänger oder Radfahrer in ein Loch gezwungen.“ Es stelle sich aber grundsätzlich die Frage, ob man einen Radweg überhaupt brauche. Der Radweg entlang des Baggersees sei „für die fünf Radler, die von Igling nach Kaufering radeln, ausreichend.“ Glasers Fraktionskollege Hans Pilz sah dies ähnlich: „Dieser Radlweg ist ein dermaßen ´rausgeschmissenes Geld. Da fahre ich als Radler lieber am Wald entlang als neben dieser viel befahrenen Straße.“ Gabriele Hunger (CSU) hingegen konnte sich durchaus vorstellen, dass den neuen Radweg einige Schulkinder nutzen werden: „Und ich würde meine Tochter nicht über Wald und Wiesen schicken.“ Dr. Franz Nimführ (UBV) plädierte schon allein aus Sicherheitsgründen für den Radweg: „Bei 10000 Fahrzeugen täglich, die dann Radler auf der Straße überholen müssen, ist es aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig, dass ein Radweg gebaut wird.“

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