"Wir geloben Besserung!"

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Mir ihrer Fällaktion am Wiesenring noch vor Beschlussfassung im Stadtrat sorgte die Bauverwaltung für reichlich Aufsehen in der Bevölkerung und im Rat.

Landsberg – Der Stadtrat hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass die 16 Reihenhäuser an den Oberen Wiesen gebaut werden können. Da Einwände der Bürger nicht eingegangen waren, konnte das Thema schnell abgehandelt werden. Zur Sprache kam auch die Tatsache, dass die Bäume vor der Sitzung bereits gefällt wurden (der KREISBOTE berichtete).

Darüber wollte Claus Müller vom Bauordnungsamt eigentlich mit Selbstironie hinweggehen: „Es ist wohl schon gerodet worden. Sie sehen, die Verwaltung hat sich im Vorgriff an die Erfordernisse des Naturschutzes gehalten“. Tatsächlich hätte sich die Stadt nach dem Beschluss am 24. Februar beeilen müssen, denn ab dem 29. Februar ist die Baumfällung wegen der Vogelbrutzeit monatelang nicht möglich.

Allerdings ließ Stefan Meiser die Stadtverwaltung dann doch nicht so leicht davonkommen: „Bei einem Projekt mit derart viel Widerstand, warum ist man da nicht sensibler?“ hakte der ÖDP-Stadtrat nach, „das sieht doch jetzt so aus, als sei die Stadtratssitzung eine Showveranstaltung“. Und Claus Müller lenkte sofort ein: „Ich gebe Ihnen vollkommen Recht“, sagte er, „wir geloben Besserung!“

Ein weiteres Thema war die „artenschutzrechtliche Abschätzung“, die das Planungsbüro Lars consult durchgeführt hat. Darin heißt es: „Die Begehung fand am 09.04.2014 statt, dabei wurden die vorhandenen Strukturen aufgenommen. Vorkommende Arten wurden mit notiert, dabei kann es sich jedoch lediglich um eine Momentaufnahme handeln, zumal viele Arten zu dieser Jahreszeit noch nicht ihre Reviere bezogen haben und andere Artengruppen zu anderen Tageszeiten zu erfassen wären.“ Traudel Lüssmann (Grüne) fragte nach, welchen Wert dann ein solches Gutachten habe, stieß aber auf Unverständnis – die Antwort lautete sinngemäß: die Begehung sei nun mal zu diesem Zeitpunkt und dieser Uhrzeit durchgeführt worden.

160:0 Widersprüche

Müller hatte zu Beginn der Beratung darauf hingewiesen, dass er alle Anlieger informiert habe, dass der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan erneut ausliegen würden und daher wiederum Einwendungen eingereicht werden können. In der ersten Phase gab es 160 Widersprüche dieser Art. Warum im zweiten Verfahrensschritt gar keine mehr eingingen, bleibt offen – der Schluss auf das Einverständnis der Anlieger mit der Planung wäre jedenfalls gewagt.

Werner Lauff

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