Ökostrom vom TSV-Dach

Kurz bevor die Einspeisungsvergütung für So­lar­strom gesenkt wird, soll nun doch eine Fotovoltaikanlage auf die Sporthalle des TSV Utting montiert werden. Der Gemeinderat gab als Grundeigentümer kürzlich seine Zustimmung zum Mietvertrag – fast genau fünf Jahre, nachdem man beschlossen hatte, dort in Eigenregie Strom zu erzeugen.

Nachdem im April 2005 ein Investor Interesse gezeigt hatte, entschied die Ratsmitglieder bei einer Gegenstimme, für die Dächer von Sporthalle und Volksschule Solarstromanlagen im Wert von 430000 Euro anzu­schaffen und über die Einspeisevergütung von seinerzeit 51,9 Cent/Kilowattstunde zu refinanzieren. Man rechnete damals mit einem jährlichen Plus von 12500 Euro. Doch realisiert wurde nur die Anlage auf dem Schuldach – Schätzungen zufolge entgehen der Gemeinde deshalb jährliche Einnahmen von 27000 Euro. 2006 entschied der TSV, der die Halle in Erbbaurecht errichtet hat, nicht selbst als Investor und Betreiber eines Kraftwerks aufzutreten. Zur jüngsten Sitzung legte der TSV Utting, vertreten durch Armin Klößel, dem Gemeinderat ein neues Konzept vor: Demnach möchte nun die Weisensee Solar GbR aus Reisch als Investor und Mieter des Daches einspringen und sofort in Vorleistung Module für eine Nennleistung von 30 Kilowatt errichten – noch bevor am 1. Juli die Einspeisevergütung von 39,1 auf 32,9 ct/kW gesenkt wird. In einem zweiten Schritt könnten auf der 600 Quadratmeter großen Dachfläche weitere 44 kWp als Bürgerkraftwerk realisiert werden. Falls die Gemeinde eine Grundschuld übernehme, erhalte der Investor von der KfW-Bank günstigere Kreditkonditionen, so Klößel. Ein Ansinnen, das Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) allerdings ausschloss, da eine Sicherung fremder Schulden mit Gemeindever­- mögen unzulässig sei. Die Federführung für das in Aussicht gestellte Bürgerkraftwerk liegt bei Armin Klößel, der unter „Ökostrom Utting UG haf­tungs­beschränkt i.G.“ als „kleine GmBH“ firmieren will. Horst Schnappinger (CSU) merkte an, dass er das Hallendach für ungeeignet halte, weil es undicht sei. Wolfgang Weisensee antwortete, eine Überprüfung durch Gutachter habe ergeben, dass die Anlage die Dichtigkeit eher verbessern werde, auch die Traglastreserve des Dachs reiche aus. Gegen die Stimme von Karl Sauter (CSU) beschloss der Rat, dem TSV Utting die Vermietung des Hallendaches zu genehmigen und dem Mieter auch seitens der Gemeinde eine schuldrechtliche Dienstbarkeit einzuräumen, wonach dieser das Dach für die Stromerzeugung nutzen darf. Das Vorhaben soll laut Klößel zügig durchgeführt und abgeschlossen werden.

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