"Es lief wie geschmiert!"

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Zum Glück war es nur eine Übung. Rund hundert Feuerwehrleute waren auf der Lechstaustufe 22 bei Schmiechen nach einem „Ölaustritt aus der Nato-Pipeline“ im Einsatz.

Schmiechen – Das Szenario wirkt dramatisch. Auf dem Deich der Lechstaustufe 22 bei Schmiechen stehen Feuerwehrfahrzeuge, Funkgeräte knistern. Auf dem Wasser schleppen rote Feuer­wehrboote orangefarbige und gelbe Bänder über das Wasser. Kurzum, es herrscht Ölalarm auf dem Lech.

Zum Glück war es nur einen Übung, die alle zwei Jahre vom Landratsamt Aichach Friedberg auf Anweisung der Regierung von Schwaben durchgeführt werden muss. Simuliert wurde ein Ölaustritt aus der Nato-Pipeline, die unterhalb der Staustufe den Lech kreuzt. Landrat Christian Knauer ließ es sich nicht nehmen, den Ölalarm als aufmerksamer Beobachter zu begleiten. Andreas Regau, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mering leitete die Übung, an der rund 100 Feuerwehrleute aus den Orten Unterbergen, Schmiechen, Merching, Mering, Kissing, Friedberg und Aichach beteiligt waren. Mehr als 15 Fahrzeuge samt Anhängern waren im Einsatz.

Ein Ziel der Übung war, die Zusammenarbeit und die Arbeitsteilung der einzelnen Feuerwehren zu testen. Eigentlich sieht alles ganz einfach aus. Doch der Aufbau von Ölsperren erfordert von den Feuerwehrleuten technisches Knowhow und Kenntnis der Örtlichkeit. Die Sperren bestehen aus einem Schwimmkörper und einer darunter angebrachten rund 20 Zentimeter tiefen „Wand“, die letztlich dafür sorgt, dass das Öl aufgehalten wird. Man versucht unter Berücksichtigung der Strömung die Sperren so anzubringen, dass sich das Öl in Ufernähe sammelt um dann abgepumpt zu werden. Daher verlaufen Ölsperren auf dem Wasser nicht im rechten Winkel zu den Ufern sondern werden mit einem bestimmten Neigungswinkel verlegt. 

Arbeitsteilung war angesagt. Während die beispielsweise die Feuerwehrleute aus Kissing und Merching mit ihren Booten auf dem Wasser ihre Ölsperren ausbrachten, baute ein anderer Feuerwehrtrupp aus Friedberg unterhalb des Deiches der Staustufe ein Ölabfangbecken auf. Im Ernstfall würde das verschmutzte Wasser dorthin gepumpt. Separiergeräte sollen dann das Öl vom Wasser trennen. Chemische Mittel kämen, so bestätigt Andreas Regau, auf dem Lech nicht zum Einsatz. Auch an den Abflüssen der Bäche, wie in Unterbergen, legten die Wehren Ölsperren aus.

Reibungsloser Verlauf

Kreisbrandinspektor Christian Happacher und Kreisbrandmeister Peter Schattka beobachteten die Übung fachkundig. Nach zweieinhalb Stunden konzentrierter Arbeit konnten Andreas Regau die Anweisung geben, die Ölsperren wieder abzubauen. „Die Nachbesprechung war auch nur kurz“, erzählte Regau, „denn die Übung war im Ergebnis reibungslos verlaufen ist“. Am Mittag lag der Staustufe wieder so unberührt da, als wäre nichts geschehen. Für die Sicherheit der auf den Booten eingesetzten Feuerwehrleute sorgte bei dieser Übung Peter Huber mit seinen Mannen von der BRK-Wasserwacht.

Christa Spörer

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