Andere Akzente setzen

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Gemeinsam für Flüchtlinge: (v. links) Bürgermeister Josef Lutzenberger (Utting), Bea von Liel (Helferkreis Riederau), Bürgermeister Alexander Herrmann (Schondorf), Helmut Schiller (AWO-Kreisverband Landsberg, 1. Vorsitzender), Michaela Zeilmeir (Asylsozialberatung), Peter Reetz (1. Vorsitzender AWO-Ortsverband), Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießen), Eva Aviles (Asylintegrationsberatung), Erich Schöpflin (AWO Ortsverband, 2. Vorsitzender) sowie Kathrin Sonnenholzner (AWO-Landesverband, 2. Vorsitzende).

Dießen – Mit einem offiziellen Teil begann der erste „Tag der offenen Tür“ in der AWO-Asyl- und Integrationsberatungsstelle, die im September in Dießen eröffnet wurde: Der AWO Ortsverband Dießen und der AWO Kreisverband Landsberg stellten ihr neues Büro in der Bahnhofstraße 14 vor, das in Kooperation mit der Gemeinde Dießen und dem Landkreis Landsberg betrieben wird. Im Laufe des Tages nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie Integrationsarbeit funktionieren kann.

Das erste Wort hatte Kathrin Sonnenholzner, stellvertretende Landesvorsitzende der AWO. Sie freute sich, dass die Arbeiterwohlfahrt, die Gemeinde Dießen und der Landkreis Landsberg andere Akzente setzen, als die derzeit von populistischen Strömungen propagierten. In der Beratung für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge gehe es darum, Gemeinschaft zu bilden und zu erhalten.

Mit der Einrichtung der Beratungsstelle habe sich die AWO finanziell „weit aus dem Fenster gelehnt“. Umso mehr bedanke man sich für die Unterstützung von Gemeinde und Landkreis und freue sich über Spenden, betonte Peter Reetz (AWO Ortsverband, 1. Vorsitzender). Bürgermeister Herbert Kirsch freute sich, seine Kollegen Josef Lutzenberger und Alexander Herrmann aus den Nachbargemeinden Utting und Schondorf begrüßen zu können.

Die beiden Mitarbeiterinnen des Beratungsbüros, Eva Avilés (Asylintegrationsberatung) und Michaela Zeilmeir (Asylsozialberatung) skizzierten ihre Aufgabenbereiche. Derzeit werden 223 geflüchtete Menschen aus Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea, Syrien und Nigeria betreut, die dem christlichen, dem muslimischen und dem jesidischen Glauben sowie anderen Minderheiten angehören. Darunter auch zahlreiche Familien. Einige wurden durch die Flucht getrennt.

Bei sämtlichen Belangen während des Asylverfahrens bis hin zur Anerkennung oder Duldung werden die Flüchtlinge insbesondere von Michaela Zeilmeier unterstützt, für den Schwerpunkt Integration ist anschließend Eva Aviles zuständig. Dann stehen Themen wie Wohnungssuche, Eingliederung in den Arbeitsmarkt, Deutsch- und Integrationskurse sowie die Begleitung der ehrenamtlichen Helfer im Mittelpunkt. Ein wichtiger Punkt bei der Arbeitssuche sei unter anderem die „Identifizierung von Potentialen“ der Jobsuchenden, Stellenrecherche und eine gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, so Aviles.

Gemeinsam mit der Gemeinde Dießen wurde bereits ein blauer Flyer mit der Aufschrift „Wohnungen gesucht“ erarbeitet: Die Gemeinde unterzeichnet den Mietvertrag als Hauptmieterin, Zimmer und Wohnungen werden an anerkannte Flüchtlinge untervermietet. Vermieter, die ihre Wohnung direkt an Asylberechtigte, zum Beispiel an Familien vermieten wollen, werden durch Eva Aviles unterstützt. Die entstandenen Mietverhältnisse werden von ehrenamtlichen Betreuern in Zusammenarbeit mit der AWO Dießen weiter begleitet. Die Mieter erhalten Gelegenheit, an Schulungen zum Thema „Wohnen“ teilzunehmen. Bei seinem letzten unangemeldeten Besuch in einer von jungen Flüchtlingen bewohnten Wohnung in der Johannisstraße habe er gestaunt, so Bürgermeister Kirsch: „Dort hat alles picobello ausgesehen“.

In Kürze sollen sämtliche Infos zur AWO Asyl- und Integrationsberatung in Dießen auch auf der Homepage des Ortsverbandes (awo-diessen.de) erscheinen. Auch auf Arabisch und Tigrinya, der Sprache Eritreas. 

Ursula Nagl

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