"Ein altes Gebäude mit Geschichte"

Denklinger Rathaus feiert Tag der offenen Türe mit vielen Gästen

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Das Rathaus Denklingen im alten Gasthof Hirsch ist fertig. Am Tag der offenen Türe konnte es begutachtet werden.
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Das Rathaus Denklingen im alten Gasthof Hirsch ist fertig. Am Tag der offenen Türe konnte es begutachtet werden.
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Das Rathaus Denklingen im alten Gasthof Hirsch ist fertig. Am Tag der offenen Türe konnte es begutachtet werden.
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Das Rathaus Denklingen im alten Gasthof Hirsch ist fertig. Am Tag der offenen Türe konnte es begutachtet werden.
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Das Rathaus Denklingen im alten Gasthof Hirsch ist fertig. Am Tag der offenen Türe konnte es begutachtet werden.

Mehr Platz für Gemeindeverwaltungen schaffen – dieses Ziel ist im südlichen Landkreis in den vergangenen Jahren mehrfach umgesetzt worden. Exakt ein Jahr vor dem Tag der offenen Tür in Denklingen war Ende September 2018 auch der Abschluss des Ausbaues im Rathaus zu Leeder, Sitz der VG Fuchstal, gefeiert worden. Zwei Jahre ist es her, dass in der Gemeinde Vilgertshofen das modernisierte Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit Abstand die größte Maßnahme war freilich der Umbau des denkmalgeschützten Gasthofs Hirsch in Denklingen. Im Mai 2017 wurde mit den Arbeiten begonnen. Zwei Jahre und drei Monate betrug die Bauzeit, wie Bürgermeister Andreas Braunegger beim Festakt vor 150 geladenen Gästen im Bürgersaal unterm Dach zurückblickte. Der ursprüngliche Bestand und der moderne Anbau auf der Nord-

seite würden dem Gebäude „einen besonderen Charme verleihen“, kommentierte der Rathauschef.

Die Innengestaltung sei schlicht und mit langlebigen Materialien ausgeführt. Für die gesamte EDV-Technik wurden 75.000 Euro aufgewendet. Die gesamten Kosten liegen bei 5,02 Millionen Euro. Davon übernimmt die Gemeinde 3,8 Millionen Euro. Aus dem Topf der Städtebauförderung flossen 1,08 Millionen Euro. Die Bayerische Landesstiftung gab einen Zuschuss von 109.000 Euro. Und vom Bezirk Oberbayern kamen 13.000 Euro.

Beim Blick in die Historie holte Bürgermeister Braunegger aus, dass dieses Gebäude mitten in Denklingen schon zwei Brände überstanden hat: im Jahr 1688 und nochmals 1974. Seit 1786 war die Ökonomie im Besitz der Familie Geiger. An die ehemalige Besitzerin des Gasthofs Hirsch, die 80-jährige Sofie Geiger, überreichte der Bürgermeister zur Feier des Tages einen Blumenstrauß.

Für ein aktives Dorfleben

Michael Kießling war, bevor er im Herbst 2017 in den Bundestag einzog, dreieinhalb Jahre Bürgermeister von Denklingen. Er freute sich, dass nach der Eröffnung des Dorfladens im Sommer 2017 nun im Herbst 2019 mit dem neuen Rathaus im denkmalgeschützten Gasthof Hirsch ein wesentlicher Baustein dafür geleistet werde, das Dorfleben „aktiv zu gestalten“. Für den Eigenanteil der Gemeinde, also für 3,8 Millionen Euro, wäre es wohl schwierig geworden, „woanders ein neues Gebäude zu kriegen“.

Landrat Thomas Eichinger münzte den Text eines alten Kirchenliedes mal auf das markante weltliche Gebäude: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land.“ Es sei wichtig „Gesicht und Identität zu erhalten“ in einer Zeit, in der sich so viel so rasch ändere. Ebenso wie mehrere Bürgermeister aus dem Landsberger Bereich könne er als Landrat den Denklingern nach der großen Baumaßnahme zurufen: „Jetzt jammert’s nicht. Ihr könnt’s euch das leisten in Denklingen.“

Architekt Benedikt Sunder-Plassmann aus Greifenberg erinnerte an die „schwarze Küche“. Der Schlot sei bis unters Dach gegangen; dort hätten sich Rauch und Ruß verflüchtigt. Heute sei an gleicher Stelle die Küche für die Mitarbeiter. Besonders freute er sich darüber, dass aus dem früheren Lagerraum der Wirtschaft nun ein Saal entstanden ist, den die Gemeinde, aber auch Vereine und Privatpersonen nutzen können.

Der Appell des Architekten war, dass die Politik gegensteuern müsse, zumal Dörfer zunehmend „an Mitte“ verlieren würden. Außerdem sollten alte Häuser auch deswegen erhalten werden, weil dadurch Energie gespart werde. Gebäude abzureißen, bedeute das Vernichten von Energie, ergänzte Sunder-Plassmann.

Pater Joseph von der Pfarreiengemeinschaft Fuchstal ging im Anschluss an den Festakt beim Tag der offenen Tür durch die Räume und spendete den kirchlichen Segen. Mehrere hundert Besucher aus Denklingen, Epfach und Dienhausen, aber auch bis aus Hohenfurch und aus Landsberg machten sich beim Tag der offenen Tür einen Eindruck von den Räumen im neuen Rathaus, das barrierefrei ausgebaut ist und wo die neun Mitarbeiter großzügige Platzverhältnisse vorfinden.

Was als nächstes ansteht, ist 2019 und 2020 die Gestaltung des Rathausplatzes und der Dorfmitte. Da wird im Gegensatz zu den ersten Überlegungen das Baufenster verkleinert, um Kosten zu verringern. Zugleich muss die Gemeinde die bisherigen Räume über der Raiffeisenbank-Filiale entrümpeln, renovieren, umbauen und einen Aufzug installieren lassen, damit sie an eine Arztpraxis vermietet werden können. Allein dafür wird noch mehr als eine Million Euro fällig.
Johannes Jais

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