2017 noch Provisorium

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Zum Töpfermarkt 2018 soll der neue Kiosk am See fertig werden. Im Sommer 2017 wird es noch einmal das beliebte Provisorium von Pächterin Christine Gottschalk geben. Derzeit liegt hier alles brach (kleines Foto).

Dießen – Großer Bahnhof für ein kleines Gebäude: Im Mittelpunkt der Weihnachtssitzung des Dießener Gemeinderats stand zum Jahresende nochmals der Kiosk am Dampfersteg, der im Oktober 2014 abgebrannt war und seitdem durch ein Container-Provisorium ersetzt wird. Der aufgrund eines Bürgerentscheids geplante Wettbewerb zum Kiosk­neubau in den Seeanlagen wurde im Hinblick auf Inhalt und Ablauf vorgestellt. Rechtzeitig zum Töpfermarkt 2018, so die Zielsetzung der Gemeinde, soll der Neubau fertig werden. Im Sommer 2017 dürfen sich die Dießener nochmals auf den kreativ aufgepeppten Container von Pächterin Christine Gottschalk freuen.

Vorgestellt wurde der Auslobungstext von Städteplanerin Barbara Hummel. Das Wettbewerbsgebiet (172 Quadratmeter), so Hummel, sei nochmals mit der Verwaltung und dem Naturschutz abgestimmt worden. Die Grundfläche des Kiosks darf 60 Quadratmeter nicht überschreiten. Das Raumprogramm umfasst einen Verkaufsraum, ein Lager, ein Mitarbeiter-WC und ein von außen zugängliches, barrierefreies öffentliches WC. Vorgesehen ist auch ein „wegräumbarer Freisitz“ für zirka zwölf Personen. Eine konkrete Festlegung zu diesem Punkt, insbesondere zur Frage einer möglichen Überdachung, soll noch erfolgen. Überstände oder eine Überdachung im Bereich der Verkaufstheke seien aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch.

Die Beleuchtung, so Hummel, sollte „zurückhaltend und angemessen“ sein, damit sie die Stimmungen am See nicht stört. Vom Landesamtes für Denkmalschutz werde hinsichtlich Formensprache und Kubatur ein respektvoller und einfühlsamer Umgang mit dem benachbarten, unter Denkmalschutz stehenden ADK-Pavillon gefordert, was „einen modernen, schicken Kiosk“ nicht ausschließe. Der Baumbestand soll so weit wie möglich erhalten bleiben, der Hochwasserschutz muss beachtet werden. Entgegenkommen habe die Bahn signalisiert: Abstandsflächen zu den Bahngrundstücken entfallen, Grundstücksgrenzen müssen allerdings gewahrt werden. Auch zukünftig soll es bei den Kiosk-Öffnungszeiten von Ostern bis Oktober (9 bis 22 Uhr) bleiben.

Vorgesehen, so die Städteplanerin, sei ein offener Wettbewerb. Zirka 40 Einsendungen hält Hummel für realistisch. Sachpreisrichter kraft seines Amtes ist Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger). Vertreten wird er von seinem Vize Peter Fastl (Freie Wähler). Hinzu kommen Alban Vetterl (CSU) und Martin Brink (FW), vertreten von Mark Schlüpmann (Grüne) und Antoinette Bagusat (Dießener Bürger). Ständig anwesende Preisrichter sind Marktgemeinderätin Hanni Baur (SPD) und Max Otto Zitzelsberger. Als Fachpreisrichter vorgeschlagen wurden die Architekten Regina Schineis und Martin Hirner, Baudirektorin Annemarie Kubina, sowie Architekt Thomas Krapf aus Dießen. Als Mitinitiator des Bürgerbegehrens habe sich Krapf als Jurymitglied legitimiert, betonte Kirsch. Sachverständige Berater sind Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem, Dr. Thomas Herrmann vom Landesamt für Denkmalpflege, Bauamtsleiterin Johanna Schäffert und deren Kollege Gustav Arnold.

Der 1. Preis ist mit 6.400 Euro dotiert. Für Platz 2 und 3 sind 4.000 beziehungsweise 2.400 Euro vorgesehen, hinzu kommen Anerkennungen im Wert von 3.200 Euro. Insgesamt sind für die Kosten des Wettbewerb 74.000 Euro eingeplant. Durch den ursprünglichen Kioskentwurf des Büros Engelsmann und Peters aus Stuttgart, der durch das Bürgerbegehren gekippt wurde, wären auf die Gemeinde Gesamtkosten von insgesamt 230.000 Euro zugekommen.

Von den teilnehmenden Architekten wird neben einem Lageplan und einem Grundriss ein Modell im Maßstab 1:200 erwartet, das zur Visualisierung in ein Umgebungsmodell der Seeanlagen eingefügt werden kann. Die Entscheidungsfindung der Jury, so Hummel, werde voraussichtlich ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen.

Auf Anfrage von Hanni Baur (SPD) riet Hummel von der Zulassung eines Zimmermeisters zum Wettbewerb ab: „Die Technik muss mit der Gestaltung übereinstimmen. Deshalb würde ich dringend zu einem reinen Architektenwettbewerb raten“. „Wo Architekt draufsteht, sollte auch Architekt drin sein“, meinte auch Bürgermeister Kirsch.

Ursula Nagl

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