Ohne Herz und Disziplin

EVL-Goalie Patrick Ashton und seine Vorderleute wirkten gegen Peiting des öfteren indisponiert. Foto: Halmel

So in Rage wie am Sonntag Abend nach dem 1:2 (0:0, 0:2, 1:0) in Peiting ist EVL-Trainer Dave Rich selten zu erleben. „Das war ein absoluter Witz, ich bin super-enttäuscht von meinen Spielern. Für eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht, war das viel zu wenig.“ Weniger das immerhin knappe Ergebnis und die Tatsache, dass damit die Chancen auf das Erreichen der Play-Offs der Oberliga noch geringer werden, ärgerten den 41-Jährigen. Viel mehr brachte das Auftreten seiner Mannschaft den Trainer in Wallung.

Negativer Höhepunkt war die 46. Minute, als sich Landsbergs Igor Bacek – nachdem er zuvor selbst gefoult worden war – zu einem Kopfstoß hinreißen ließ und mit Matchstrafe vom Eis musste. „Meinetwegen soll er den anderen Spieler mit der Faust angehen, aber so etwas geht nicht. Und es gab mehrere solcher Undiszipliniertheiten heute.“ Dazu gehörten auch eine Aktion von Michel Maaßen, als er von der Bank aus eine Rangelei mit der Peitinger Spielerbank anfing; und auch Marc Hemmerich sammelte keine Pluspunkte. Hemmerich hat ohnehin stets eine sehr individuelle Art, sich aufzuwärmen: Während die anderen Spieler im Kreis laufen, fährt der Verteidiger lediglich mit Blick auf die Gegner langsam auf der Mittellinie von Bande zu Bande. Diesmal überfuhr der Peitinger Schöpf (ebenfalls als Hitzkopf bekannt) vermutlich nicht ganz unabsichtlich diese rote Linie und traf Hemmerich dabei auch noch mit dem Stock, woraufhin der 26-Jährige prompt Schöpf nach allen (Un-)Regeln der Eishockeykunst vermöbelte. Rich: „Nur gut, dass der Schiedsrichter nicht auf dem Eis war, sonst hätte Hemmerich sich schon vor dem Spiel eine Spieldauer-Disziplinarstrafe eingefangen.“ Dennoch hätte man am Sonntag in Peiting gewinnen können, laut Rich sogar gewinnen müssen, da mit Dibelka und Eichberger zwei der stärksten Akteure des Gegners fehlten. Allerdings klappte beim EVL nichts so wie bei den beiden klaren Siegen gegen Passau in der Vorwoche. „Die Pause hat uns nicht gut getan“, vermutet der Trainer. „Ich hatte das schon befürchtet. Wir haben im Training oft nur zwölf Leute, wir können die Spannung nicht hoch halten. Viele Spieler haben scheinbar gedacht, das läuft jetzt von alleine, aber so gut sind wir nicht. Verdammt, wir haben zwei Spiele hoch gewonnen, aber wir sind immer noch Letzter.“ Schon das erste Drittel ließ sich nicht gut an („einer hat versucht, einen Spielzug aufzubauen und die anderen haben ihm dabei nur zugeschaut“), aber immerhin ging es noch mit 0:0 in die Pause. Im zweiten Abschnitt wurden die Fehler dann bestraft. Beim 1:0 verschliefen gleich drei Landsberger die Situation, nachdem man die Scheibe in der Ecke verloren hatte, beim 2:0 patzte die Verteidigung beim Befreiungsversuch und dann sah auch noch Torhüter Patrick Ashton schlecht aus, als er die Scheibe über den Arm ins kurze Eck passieren ließ. Das 2:1 durch Anderson zehn Minuten vor Schluss kam zu spät und bewirkte nichts mehr. Wegen der Flut an Strafzeiten (insgesamt gab es 100 Strafminuten, davon 41 für Landsberg) wollte man von Landsberger Seite dem Schiedsrichter-Trio keine Vorwürfe machen. „Der Peitinger hat für den Stockstich nur vier plus zehn erhalten, das ist nach der Regel eine klare Spieldauer“, so der Trainer. „Aber ansonsten war das ok. Sauer bin ich auf meine eigene Mannschaft.“ Dreimal kassierte man unnötige Strafen bei Chance auf eigene Überzahl, unter anderem wegen eines Wechselfehlers. „Da hat heute die Kommunikation im Team gefehlt, das Herz, alles. Und zwar bei allen.“ Am deutlichsten wurde das aber dann doch bei mehreren Leistungsträgern. „Anderson hat einige Scheiben im Aufbau hergegeben. Bacek ist mein Ausländer, Maaßen mein Torjäger. Beide hatten jeweils zwei Torschüsse im gesamten Spiel. Dabei hatten wir die ganze Woche besprochen, dass wir auf jeden Fall viel schießen müssen.“ Wiederholungsspiel? Hoffnung kann man sich auf Landsberger Seite höchstens noch wegen eines Formfehlers machen: Der Peitinger Florian Simon, der im letzten Drittel 14 Strafminuten wegen des genannten Stockstichs am Stück absitzen sollte, wurde zu früh zurück auf das Eis gelassen, bevor er in die Kühlbox zurückgeschickt wurde. Wegen solcher Fehlentscheidungen hat es bereits Wiederholungsspiele gegeben.

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