Heim-Besuche an den Feiertagen

Das Ehrenamt soll‘s richten - Weihnachten im Frist-Korsett

Corona-Testzentrum Hinweisschild
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Generell gilt: Nur wer einen aktuellen Corona-Test mit negativem Ergebnis nachweisen kann, darf seine Lieben im Seniorenheim besuchen – im Landkreis Landsberg nicht einfach.

Landkreis – Für das Terminproblem in Sachen „Corona-Tests als Voraussetzung für einen Alten- oder Pflegeheim-Besuch“ (der KREISBOTE berichtete) zeichnet sich im ganzen Freistaat Bayern eine Lösung ab: Die ehrenamtlich Tätigen der sozialen Träger und Organisationen sollen an und unmittelbar vor den Feiertagen Schnelltestes durchführen. Federführend ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Wie die Aktion im Landkreis Landsberg umgesetzt wird, ist zur Stunde noch unklar.

Die Ausgangslage: Mit einem aktuellen Corona-Test darf man zu Weihnachten Angehörige in Senioren-, Alten- und Pflegeheimen besuchen. Das steht in der 11. Verordnung über die Infektionsschutzmaßnahmen des Freistaats Bayern. Nach den bislang geltenden Öffnungszeiten des Testzentrums in Penzing wären Heim-Besuche am 26. Dezember aber so gut wie unmöglich gewesen. Besuche am ersten Weihnachtsfeiertag konnten nur dann stattfinden, wenn das Testzentrum am 21. Dezember enorme Anstrengungen unternimmt. Darauf hatte der KREISBOTE am gestrigen Nachmittag hingewiesen.

Nun erreicht die Redaktionen eine Presseerklärung des Bayerischen Gesundheitsministeriums, aus der hervorgeht, dass es offenbar in vielen Landkreisen ein ähnliches Problem gegeben hätte. Jetzt sollen das „BRK und weitere Hilfsorganisationen für Angehörige von Pflegebedürftigen und von Menschen mit Behinderung über Weihnachten kostenfreie Corona-Tests anbieten“. Das Angebot erstreckt sich auch auf Angehörige von Menschen, die in Altenheimen oder Senioreneinrichtungen leben. Die Aktion soll „an Heiligabend und an den beiden Weihnachtsfeiertagen“ stattfinden. Die dafür erforderlichen Antigen-Schnelltests werden vom Freistaat Bayern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die konkrete Umsetzung im Landkreis Landsberg ist noch offen.

Im Fristkorsett

Für die beiden Feiertage hatte der Freistaat erweiterte Aktualitäts-Fristen eingeräumt: Die dem Testergebnis zu Grunde liegende Testung mittels eines POC-Antigen-Schnelltests darf maximal 72 Stunden (statt 48 Stunden) zurückliegen. Bei einem PCR-Test verlängert sich die Frist auf vier (statt drei) Tage. Da im Testzentrum bislang keine POC-Tests durchgeführt werden, ergab sich aus Öffnungszeiten und einer 48-Stunden-Dauer der Untersuchung der Probe, dass Besucher für den ersten Weihnachtstag dort zwingend am 21. Dezember getestet werden mussten. Sie können sich das Ergebnis dann am 23. Dezember im Büro des Testzentrums abholen. Soweit gäbe es also kein Problem, vorausgesetzt, dass das Testzentrum, das am 21. Dezember nur von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat, alle Anfragen auch abarbeiten kann. Bei einer Wartezeit von 96 Stunden lief auch diese einzige Möglichkeit leer.

Ein Besuch am zweiten Weihnachtsfeiertag war gar nicht realisierbar. Zwar könnte der Test am 22. Dezember während der auf zwei Stunden reduzierten Öffnungszeiten (14 bis 16 Uhr) durchgeführt werden; das Ergebnis wäre aber vor den Feiertagen nicht mehr abrufbar gewesen, denn für den 24. und 25. Dezember weist die Terminliste des Landratsamts aus: Keine Testungen, keine Bürozeiten, keine telefonische Erreichbarkeit.

Auch bei Schnelltests hätte das Ergebnis nicht anders ausgesehen. Die letzte Testung im Testzentrum findet am 22.12. um 16:00 Uhr statt. Addiert man 72 Stunden, kommt man auf den 25.12. zur gleichen Uhrzeit. Auch hier galt also: Am ersten Weihnachtstag war der Besuch (tendenziell eher morgens) noch möglich, am zweiten Weihnachtstag aber nicht mehr. Die neue Regelung soll diese Probleme nun lösen. Wie die neue Schnelltest-Regelung im Landkreis Landsberg umgesetzt wird, berichtet der KREISBOTE am Montag.
Werner Lauff

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