Ohne Torf geht’s auch!

Hans Streicher macht sich für torffreie Produkte stark. F.: KB

Torf gehört ins Moor – da sind sich Naturschützer einig. Allerdings befindet sich in den meisten Pflanz- oder Blumenerden ein mehr oder weniger hoher Torfanteil. Der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund (LBV) für Vogelschutz im Landkreis Landsberg starten am 1. März eine Aktion, die auf den Torfabbau und die damit verbundene Zerstörung der Moore und Klimaschäden aufmerksam macht.

„Besser gärtnern ohne Torf – denn Torf gehört ins Moor“ heißt die Aktion der Naturschutzverbände. Sie möchten laut Gartenbauingenieur Hans Streicher darauf hinwirken, dass Gartenbesitzer und Hobbygärtner torffreie Produkte erwerben. „Für die Entnahme von Torf werden Moore entwässert und trocken gelegt“, sagt Streicher. Das bedeute einen gravierenden Eingriff in einen einmaligen und wichtigen Lebensraum. „Die Erhaltung der Moore ist Hochwasser-, Natur- und Klimaschutz“, erklärt LBV-Vorstandsmitglied Streicher. Denn sie speichern Wasser und wirken sich deshalb positiv und ausgleichend auf das Klima aus. Auch bindet das Torfmoos langfristig das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid. In Bayern gebe es nur noch etwa drei Prozent der ursprünglich vorhandenen Moore in ihrem natür­lichen Zustand. Streicher: „Geschädigte und entwässerte Moore gehören zu den größten Quellen von Treibhausgasen.“, In Deutschland würden alljährlich über zehn Millionen Kubikmeter Torf für gärtnerische Zwecke verbraucht. Das sei allerdings für die Pflanzen gar nicht erforderlich. Es gebe auch Blumen- oder Pflanzerden, die anstelle von Torf Kompost und auch Kokos- oder Holzfasern enthalten. Streicher: „Alle namhaften Hersteller bieten bewährte torffreie Produkte an.“ Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege und auch der Kreis­verband empfehlen, auf die Verwendung torfhaltiger Erden zu verzichten. Stattdessen können Gartenbesitzer beispielsweise Pflanzenreste und Küch­enabfälle kompostieren. Auch der Recyclinghof in Kaufering biete bereits torffreie Erde aus Kompost an. Zu den Zielen der aktuellen Aktion gehörte außerdem, dass Gärtnereien, Baumschulen, Gartencenter, Bau- und Heimwerkermärkte und Handelsketten in naher Zukunft ganz gezielt torffreie Produkte anbieten. Die Auftaktveranstaltung zur Aktion ist am 1. März. Am 24. März um 10 Uhr führt Martin Hirschauer von der Firma Lechkompost interessierte Besucher durch die Kompostieranlage im Kauferinger Recyclinghof. In der Landsberger Fußgängerzone ist am 28. April ein Info- und Erlebnisstand geplant.

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