Mit Queen Mums Rolls Royce

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Vom Buckingham Palast nach Eching: Queen Mums Rolls Royce gehört zu den Prunkstücken der Oldtimer-Sammlung von Ewald Rehberger.

Eching – Für die Anwohner ist es nichts besonderes mehr, wenn vor dem Gasthaus Sailer in Schondorf ein Rolls Royce Phantom II mit Bayernwimpel parkt. „Kein Staatsbesuch. Das sind nur die Rehbergers beim Brotzeit machen“, heißt es dann. Eine Ausfahrt mit Einkehr in die Ammersee-Gemeinden gehört für den Oldtimer-Sammler und -Restaurator Ewald Rehberger und seine Frau Corinna Illia meist zum Tagesablauf, denn die wertvollen Gefährte müssen regelmäßig bewegt werden.

Mitten in Eching stehen, gesichert wie Fort Knox, in klimatisierten Garagen die kostbaren Fahrzeuge von Ewald Rehberger (72), der sein ganzes Leben dem Restaurieren und Sammeln von Oldtimern verschrieben hat. Den Automechaniker-Meister aus der Hansestadt Stade hat es 2001 der Liebe wegen an den Ammersee verschlagen, wo er den ersten von der Kfz-Innung zertifizierten Fachbetrieb für historische Fahrzeuge und Oldtimer in Bayern eröffnete. Denn die teure Liebhaberei muss schließlich finanziert werden. Und wenn Beruf und Hobby ineinander übergehen, die Ehefrau das auch noch begeistert teilt, kann man von einem „glücklichen und zufriedenen Menschen“ sprechen, wie Rehberger selbst betont.

Betagte Prunkstücke 

Prunkstück seiner Sammlung ist der eingangs erwähnte Rolls Royce „Phantom II Continental Sports Saloon“, Baujahr 1934. Er stammt aus dem Fuhrpark des Buckingham Palastes und wurde vornehmlich von Queen Mum benutzt. Die erhöhten Sitzpolster im Fond und die Signalleuchten für freie Fahrt zeugen noch von der prominenten Passagierin. Und ein Geheimfach mit zwei Jagdflinten hinter dem original Werkzeugkasten. Der Sechszylinder mit nicht synchronisiertem Vierganggetriebe frisst übrigens 40 Liter, war für die „Royals“ damals kein Problem war.

Räder aus Uruguay

Rehberger hat den imposanten Wagen mit der berühmten Emily-Kühlerfigur 1991 bei einer Auktion von Christie’s in Neuseeland ersteigert. Für die Original-Speichenräder „fahndete“ er drei Jahre lang und wurde schließlich in Uruguay fündig. Er hat den Rolls Royce dann aufwendig eigenhändig restauriert und kennt jede Schraube. Heutiger Marktwert des Oldtimers: Mindestens eine Viertelmillion Euro.

Eine weitere Rarität ist der französischem Oldtimer Cottereau Populaire, Baujahr 1905. Das 8 PS-Töff-töff fährt immerhin 70 Kilometer pro Stunde. „Geblinkt“ wird per Hand mit der Kelle. Der Rückwärtsgang war übrigens damals eine Sonderausstattung. Auch diesen Wagen hat Ewald Rehberger liebevoll restauriert und unternimmt damit bei schönem Wetter gerne eine Spritztour. Er freut sich über die erstaunten Blicke der Passanten, wenn seine Frau beim Abbiegen mit der Kelle fuchtelt.

Es gibt noch viele Raritäten in Eching zu bestaunen, wie den Derby Bentley 4,35 l aus dem Baujahr 1936. Er läuft technisch perfekt, verfügt aber bewusst über eine wunderschöne Patina. Und da ist der MG TD Roadster, Baujahr 1951, mit 1,3 Liter-Motor, 54 PS und noch mit dem original Luftfilter. Fast neu mutet der Mercedes 600 aus dem Baujahr 1970 an, damals als modernste Reiselimousine in einer Stückzahl von nur 2190 gebaut. Mit 200 km/h kann man sich in den bequemen Veloursitzen gleiten lassen.

Momentan restauriert Ewald Rehberger einen Jaguar E-Type, den er in alle Einzelteile zerlegt hat, die alle generalsaniert werden, bevor daraus wieder ein fahrbarer Untersatz entsteht. Die Werkstätten von Ewald Rehberger sind so ausgerichtet, dass sie Originalteile nicht nur restaurieren, sondern auch Ersatzteile aus Motoren, Getrieben, Fahrwerktechnik, Karosseriebau und Holz nachfertigen können. Mit einem Team aus fachkundigen Mechanikern, Technikern, Karosserie- und Fahrzeugbauern vertritt Rehberger konsequent die Philosophie, Oldtimer originalgetreu wieder aufzubauen und soviel Patina wie möglich zu erhalten.

Mehrmals im Jahr ist Ewald Rehberger auf Mallorca, wo er eine Dependance und einen mobilen Werkstattservice betreibt. Auf der Lieblingsinsel der Deutschen fahren viele Oldtimer – teils als Liebhaberei, aber auch als als stetig wachsende Kapitalanlage.

Dieter Roettig

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