Oliver Jaser geht – EVL-Boss tritt aus beruflichen Gründen zurück

Eigentlich sollte es am Samstag bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz darum gehen, warum der EVL 2000 nun doch keine Spieler entlässt. Oliver Jaser aber hat im Sportzentrum in einer persönlichen Erklärung eine Bombe platzen lassen.

„Ich habe mich entschlossen zurückzutreten", verkündete er vor einer handvoll Fans. Ausschließlich berufliche Gründe seien dafür verantwortlich gewesen, so die Begründung - mehr war nicht zu erfahren. Jaser machte es kurz und verließ nach nur 13 Minuten das Sportzentrum. Zuvor machte er seiner Enttäuschung der letzten Wochen Luft. "Ich hätte mir mehr Unterstützung der Stadt gewünscht, was das Thema Sommereis betrifft", schickte er einen Seitenhieb in Richtung Stadtrat. Aber auch von der Zuschauerresonanz sei er zuletzt enttäuscht gewesen. Lediglich das Hauptziel, warum man angetreten ist, sei vorläufig erreicht. „Wir sind am 7. Mai angetreten, um den Verein zu retten. Wie in der letzten Woche zu hören war, ist das für diese Saison geschafft, der Spielbetrieb ist finanziell gesichert". Trotz des Rückzugs von Oliver Jaser, muss kein neuer 1. Vorsitzender gewählt werden. Da es seit der letzten Wahl drei Stellvertreter gibt, ist der Verein voll handlungsfähig. "Ich habe mich da beim Juristen Reinhard Steuer erkundigt", erklärt Jaser dem sichtlich überraschten Publikum. Im Klartext heißt das jetzt also, Karin Federl, Jochen Mörz und Franz Fischer leiten künftig die Geschicke beim EVL2000. Wer welche Aufgaben übernimmt, das ist noch nicht bekannt. Vor dem Rücktritt wurde auch über das Thema Spielerentlassungen gesprochen. Entgegen der Ankündigungen der letzten Wochen, wird es nun keine Rauswürfe geben. "Wir haben alles einmal durchgerechnet und die Verträge noch einmal genauer angesehen, das ist finanziell einfach nicht machbar", erklärt Oliver Jaser. Außerdem seien Neuverpflichtungen mit Risiken verbunden, weil man nicht wisse, ob der neue Spieler dann auch wirklich die Erwartungen erfüllt. „Mit den Aussagen, Spieler zu entlassen waren wir etwas voreilig", räumt der jetzt Ex-Vereinschef auch eigene Fehler ein. Besonders davon betroffen ist Jordie Preston. Am Dienstag war noch verkündet worden, der Kanadier müsse seine Sachen packen und nach Hause fliegen. Nach einem Vorstandstreffen noch am gleichen Tag, sei aber die Entscheidung revidiert worden. Preston dankte es dem Verein drei Tage später mit zwei Toren (siehe Bericht). Der EVL wird also mit dem jetzigen Kader die Saison zu Ende spielen. Dazukommen ist in der letzten Woche noch Tobias Kastenmeier. Der 24-Jährige kam vom ESV Kaufbeuren und soll künftig dafür sorgen, dass Traier Franz-Xaver Ibelherr wieder durchgängig mit drei ausgeglichenen Reihen auflaufen kann.

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