Neue Kette in der Altstadt?

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Susanne und Ulrich Liebl in ihrem Optikergeschäft: Nach mehr als 120 Jahren schließt ein weiteres Einzelhandelsgeschäft in der Landsberger Altstadt.

Landsberg – Spätestens Ende Februar ist es vorbei: Optik Liebl schließt seine Landsberger Filiale. Wieder ein Traditionsgeschäft weniger in der Altstadt. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wieder eine Ladenkette mehr: Dem Vernehmen nach mietet Apollo-Optik den Laden in der Ludwigstraße und eröffnet dort ab dem Sommer nach Umbau ein Geschäft.

Allerdings: Man könne „derzeit noch keine genaueren Angaben tätigen“, antwortet auf Anfrage die externe PR-Agentur Serviceplan des Großunternehmens. Ob nun Apollo selbst oder ein Franchise-Partner: Die Konkurrenz für Landsbergs Einzelhandels-Optiker wächst.

Vor mehr als 120 Jahren, im Jahr 1890, öffnete Liebls Großvater Ferdinand Sedelmayr einen Foto- und Uhrmacherladen im Vorderanger. Daran erinnert heute noch ein gerahmtes Brillenputztuch, das Ulrich Liebl in seinem Laden hat. Von da an war die Familie bis in die heutige Generation in der Stadt vertreten. Ulrich Liebls Frau Susanne erzählt von ihrem Vater, der als Fotograf arbeitete. Deshalb eröffnete sie 1983 eine Fotodrogerie in der Iglinger Straße. Als Ulrich Liebl seine Ausbildung zum Optikermeister beendet hatte, gründete das Ehepaar 1988 das Geschäft in Aichach. Die Fotodrogerie schloss ein Jahr später und Liebl eröffnete 1992 das Geschäft in der Landsberger Ludwigstraße.

In dem Laden logierte bis zu einem halben Jahr vor dieser Neueröffnung das Foto­haus Hirschbeck unter der Ägide von Ulrichs Mutter: „Auch heute kommen noch Kunden, die wegen Fotoarbeiten nachfragen“, erzählt Liebls Frau. Eine lange Tradition, „aber ich bin jetzt ich in dem Alter, wo man aufhört“, begründet der 61-Jährige Liebl die nun anstehende Geschäftsaufgabe.

Mangels eines Nachfolgers innerhalb und auch außerhalb der Familie fragte er beim Großunternehmen Apollo-Optik an, ob nicht Interesse an einer Ladenmiete bestehe. Denn das ganze Haus gehört seit 2003 den Liebls. „Die Verhandlungen befinden sich noch in der Schwebe“, gibt Apollos PR-Agentur an. Man wolle zunächst „die noch offenen Punkte mit den Beteiligten selbst klären“, bevor man sie öffentlich kommuniziere.

Ulrich und Susanne Liebl arbeiten nun seit 45 Jahren in ihren Brillenfachgeschäften. „Aber jetzt wird es Zeit, dass wir etwas zur Ruhe kommen.“ In beiden Geschäften in Landsberg und Aichach herrschte in letzter Zeit Personalmangel, da zwei Meister weggingen. Mit Müh‘ und Not habe man den Betrieb geschafft, meint Susanne Liebl, aber auf Dauer sei es einfach zu viel. Optiker seien rar, kaum noch ein Einzelhandel bilde aus: „Wir suchen schon seit einem Jahr nach Verstärkung, aber bisher hat es nicht geklappt.“ Das Ehepaar wird in Aichach weiterarbeiten – ob Voll- oder Teilzeit hängt davon ab, ob sie endlich einen neuen Angestellten finden können.

Susanne Greiner

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