Optimistisch ins Neue Jahr

Kreishandwerksmeister Ernst Höss zeichnete Martin Rieger (Kälteanlagenbau, Windach), Tobias Martin (Bäcker, Graben), Robert Weiß (Installateur und Heizungsbauer, Wabern), Karl Wilhelm (Zimmerer, Holzhausen) und Michael Riedle (stellvertretender Kreishandwerksmeister) als Jahresbestmeister aus (v. li.). Foto: Osman

Mit Zuversicht startet das regionale Handwerk ins Jahr 2011. Stimmung und Lage der Betriebe seien gut, hieß es auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft am Sonntag im Sitzungssaal des Landratsamts.

Die aktuellen Zahlen, die der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Riedle präsentieren konnte, sprechen für sich: 2149 Handwerksbetriebe gibt es derzeit im Landkreis, ein Plus von 0,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit rund 6700 gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert, während die Umsätze um zwei Prozent auf 765 Millionen Euro kletterten. Besonders stolz ist das Handwerk auf die wachsende Anzahl der Auszubildenden – hier ist eine Zunahme von 11,8 Prozent zu verzeichnen. Im Bereich Nachwuchs liegt allerdings auch die größte Herausforderung für die Zukunft. Fachkräftemangel Das Handwerk sei zwar der größte Ausbilder der Republik, erläuterte Kreishandwerksmeister Ernst Höss. Oft gelänge es aber nicht, die frisch gebackenen Fachkräfte dann auch in den Betrieben zu halten. Bereits heute betrachteten sich nur 40 Prozent der Handwerksfirmen als optimal besetzt, 23 Prozent klagten über akuten Personalmangel. Sinkende Leistungsbereitschaft und ungenügende Fähigkeiten eines Teils der Schulabgänger machten die Rekrutierung nicht einfacher, „und die leistungsstarken Schulabgänger wollen nicht ins Handwerk“, bedauerte Höss. Mit einer breit angelegten Image-Kampagne rührt das Handwerk deshalb seit einem Jahr die Werbetrommel in eigener Sache. Man müsse verstärkt auch Mädchen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund für die handwerklichen Berufe interessieren, forderte Gerhard Ketzler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Dass auch über eine Ausbildung im Handwerk und die bestandene Meisterprüfung der Weg an die Universität offen stehe, müsse „schon in der Grundschule in die Köpfe rein, denn hier fallen die Entscheidungen über die Schullaufbahn“. Nachwuchs- und Fachkräftemangel würden sich sonst zu ernsthaften Wachstumsbremsen entwickeln. Landrat Walter Eichner zitierte neuste Untersuchungsergebnisse aus dem „Zukunftsatlas 2010“ des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Demnach steht Landsberg unter den 412 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachen Wettbewerbsfähigkeit auf Rang 42. Was die Arbeitsmarktsituation betrifft, so falle der Landkreis ebenfalls in eine der beiden Top-Kategorien. „Starke Städte und Gemeinden brauchen vor Ort ein starkes Handwerk – und umgekehrt“, sagte Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann in seinem Grußwort. Allein die Stadt Landsberg investiere jedes Jahr Millionen in den Hoch- und Tiefbau und lege Wert darauf, die Aufträge an Firmen aus der Region zu vergeben. „Ich will, dass unser Geld in der Region bleibt“; betonte der OB. Viele Ehrungen Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Unter anderem erhielten die Innungssieger 2010, die Jahresbestmeister, langjährige Betriebsangehörige und verdiente Meisterfrauen eine Auszeichnung. Runde Betriebsjubiläen begingen Metallbauer Rudolf Aigster (Pflugdorf), Elektroanlagenbauer Wilhelm Greulich (Adelshausen), Metzgermeister Georg Lechle (Reisch) und Bäckermeister Werner Neu (Utting), der außerdem gemeinsam mit Schreinermeister Werner Kiem (Schwifting) den Goldenen Meisterbrief entgegennahm. Der Heizungsbauer Herbert Thalheimer, stellvertretender Obermeister, wurde für sein langjähriges Engagement in der Kreishandwerkerschaft ebenso geehrt wie Kaminkehrermeister Reinhold Meier. Den unterhaltsamen Rahmen der Veranstaltung gestalteten die Blaskapelle Prittriching und die Prinzengarde des Faschingsclubs Hohenfurch.

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