Eine Pension im Bayertor

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Ortsbegehung: Stadtbaumeisterin Annegret Michler (links) präsentierte den Mitgliedern des Bauausschusses einige Projekte zur „Belebung der Alten Bergstraße“ – unter anderem das Bayertor und das ehemalige Lehrerwohnhaus am Spitalplatz.

Landsberg – Eine Frühstückspension im Bayertor? Wenn es nach Annegret Michler geht, ist das durchaus denkbar. „Man sollte nicht nur an die denkmalschutztechnische Sanierung denken, sondern das Gebäude und seine Nutzung als Ganzes“, sagte die Stadtbaumeisterin bei einer Ortsbegehung zur „Belebung der Alten Bergstraße“ mit dem Bauausschuss.

Sie rate „dringend“ dazu, auch die Gaststätte wieder auf Vordermann zu bringen und einen Pächter dafür zu suchen, so Michler weiter. „Das sind ja schöne Räume, einschließlich des Extra-Zimmers. Möglicherweise kann nach einer Sanierung ein Gastronom das ein­richten und die Stadt es dann später übernehmen.“

Auch die Einrichtung von Fremdenzimmern im (derzeit vermieteten) Anbau sei für sie gut vorstellbar. „Das wäre ein sehr attraktives Angebot für Gäste, die einmal in einem solchen historischen Gebäude über­nachten möchten. Und man hätte dann auch gleich mit der Alten Bergstraße eine Achse in die Altstadt hinein belebt.“

An den Spitalplatz?

Falls diese Idee umgesetzt würde, könnte man eine bisherige Privatwohnung vom Bayertor an den Spitalplatz verlegen, „aber das ist bis jetzt natürlich nur ein Denkmodell“, so die Stadtbaumeisterin. Im historischen Gebäude gegenüber der Grundschule steht derzeit eine Immobilie im zweiten Obergeschoss leer.

Auch die ehemalige Lehrerwohnung, die als neues Kulturbüro ins Gespräch gebracht wurde, ist seit sieben Jahren nicht mehr bewohnt. An der Stadt lag das aber nicht, wie Peter Huber vom Bauamt bei der Besichtigung mit dem Ausschuss klarstellte: „Es ist uns zuletzt einfach nicht gelungen, einen Interessenten zu finden. Was sicher auch mit dem Zustand der Räume zu tun hat.“

Davon konnten sich die Stadträte dann auch selbst überzeugen: Schimmel und aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden sind nur einige der Probleme, die angegangen werden müssten, bevor die 65 Quadratmeter wieder genutzt werden können. „Es muss energetisch saniert werden, die Wände muss man vermutlich schneiden, wir brauchen eine Bodenplatte und müssen alle Fenster und Türen tauschen.“

Den Aufwand schätzt man im Bauamt auf rund 100000 Euro; eine Ausgabe, die sich laut Heimatpfleger Werner Fees-Buchecker unbedingt lohnen würde. „Das ist ein ganz wichtiges Gebäude für die Landsberger Altstadt. Es gehörte ursprünglich zum Heilig-Geist-Spital, und es wäre wünschenswert, dass es jetzt den Hinterhofcharakter verliert, aufgewertet und für die Öffentlichkeit zugänglich werden würde.“

Christoph Kruse

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