HIV-Hospiz in Südafrika:

"Da muss man was tun!"

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Professor Wolfgang Mauch (links) und Thomas Gobmaier (rechts) überreichten Pater Gerhard Lagleder ihren Energiebericht, der die Versorgung des Pflege-Zentrums in Südafrika analysiert. Hier sollen erhebliche Einsparungen realisiert werden, damit mehr Geld für die Pflege der Patienten zur Verfügung steht.

St. Ottilien – Südafrika gilt nicht erst seit der Fußball-WM 2010 als Traumreiseziel. Was die Touristen dort zu sehen bekommen, unterscheidet sich je­doch stark von dem, was Pater Gerhard Lagleder in seinem Alltag erlebt. Der Bene­diktinermönch leitet ein Aids-Hospiz im Distrikt Zululand, wo zwei Drittel der Bevölkerung HIV-positiv sind.

In einem Vortrag im Rhabanus- Maurus-Gymnasium berichtete Lagleder vergangene Woche von seiner Arbeit und warb um Spenden. Denn um bestehen zu bleiben, muss das Hospiz in Zukunft 300000 Euro im Jahr aus eigener Kraft aufbringen.

Lagleder war unter anderem Schulseelsorger am Gymnasium in St. Ottilien und gründete die Landsberger Kreis­gruppe der Malteser, bevor er vor 26 Jahren als Missionar nach Südafrika geschickt wurde. Dort sah er sich mit Not und Verwahrlosung konfrontiert, mit „einer Riesenschere zwischen Arm und Reich“ und mit einer schwindelerregend hohen HIV-Infektionsrate. „Da muss man was tun“, sagte sich Lagleder – es ist ein Satz, den er auch in seinem Vortrag häufig verwendet.

1996 gründete er in der Stadt Mandeni ein Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum. Es umfasst 40 stationäre Betten, Tagespflege und häusliche Pflege sowie ein Kinderheim. „Wir betreuen momentan knapp 1000 Patienten“, berichtete Pater Gerhard. Für viele von ihnen ist die Diagnose HIV-positiv kein Todesurteil mehr, denn es gibt eine wirksame medikamentöse Therapie. „Mit dieser Behandlung kann ein Infizierter selbst nach Ausbruch der Krankheit noch bis zu 35 Jahre leben, und zwar bei guter Gesundheit“, erklärt Lagleder.

Die sogenannte anti-retrovirale Therapie reduziere die Viren bis unter die Nachweisgrenze. „Wichtig ist aber, dass die Medikamente zuverlässig eingenommen werden.“ Deshalb steht eine um­fassende Aufklärung und Beratung am Beginn der Therapie. Trotzdem ist der Tod in Lagl­eders Aids-Hospiz allgegenwärtig. Im Durchschnitt jeden Tag 0,7 Sterbefälle zu beklagen.

Da die internationalen Zuschüsse für die Einrichtung ab dem kommenden Jahr stark zusammengekürzt werden, ist Lagl­eder derzeit auf Spendensammeltour. Aber er sucht auch nach Einsparungsmöglichkeiten und ist mit Hilfe von zwei Schüler-Vätern aus dem Rhabanus-Maurus-Gymnasium fündig ge­- worden: Hans-Peter Bailer und Professor Wolfgang Mauch wollen die Energieversorgung des Pflege-Zentrums umkrempeln.

Kraft der Sonne nutzen

Mauch, der bei der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München arbeitet, schickte auf eigene Kosten seinen Mitarbeiter Thomas Gobmaier nach Südafrika, um die Gebäude zu analysieren und ein Konzept auszuarbeiten, mit dem die Versorgung günstiger wird. Der fertige Energiebericht wurde im Rahmen des Vortragsabends vorgestellt.

„Das Gebäude wird mit Kohlestrom beheizt“, erläuterte Professor Wolfgang Mauch, „dabei scheint die Sonne dort doppelt so viel wie bei uns.“ Nun soll für rund 70000 Euro eine Solarthermieanlage installiert werden, die in 15 Jahren schätzungsweise 215000 Euro an Energiekosten einspart. „Damit rentiert sich jeder Euro, der in die Anlage gesteckt wird, dreimal.“

Ulrike Osman

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