Dießener Familie nimmt Paar aus Eritrea bei sich auf

Dank Wohnprojekt vereint

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Claudia Huber (vorne, 2. v. links) freut sich über die Hilfe von Weyni (vorne, 3. v. links) und ­Samiel (rechts), die im Gegenzug bei ihr wohnen. Von der Unterstützung der beiden Eritreer profitiert auch Claudias Schwiegermutter Maria (2. v. rechts) und der Rest der Hubers.

Dießen – Viele Menschen wollen im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Weil das nicht immer ohne Unterstützung realisierbar ist, haben Ilga Ahrens (Landsberger Caritas) und Pajam Rais-Parsi (Landrats­amt) 2015 das Projekt „Wohnen für Hilfe“ im Landkreis etabliert. Dabei leben in der Regel jüngere bei älteren Menschen im Haus, müssen im Gegenzug statt einer Mietzahlung im Alltag mithelfen – eine Stunde monatlich pro Quadratmeter gilt als Richtwert. Neu im Landkreis ist, dass auch anerkannte Asylbewerber ins Projekt aufgenommen werden können.

„Im Alltag sind wir mittlerweile sehr gut eingespielt“, freut sich Claudia Huber. Nachdem die 45-jährige Heilpraktikerin im März diesen Jahres erstmals von „Wohnen für Hilfe“ gehört hatte, nahm sie schon im Mai ein Paar aus Eritrea auf. Mit Mann Andreas (48) und dessen Familie lebt sie in einem älteren Mehrfamilienhaus in Dießen. Schwiegervater Hans (73) ist seit kurzem Pflegefall und Schwiegermutter Maria (71) im Alltag ebenfalls auf Hilfe angewiesen.

Im Haus der Hubers stand die Einliegerwohnung ohnehin leer. Nach reiflicher Überlegung habe sich die Familie dazu entschieden, Weyni (26) und ­Samiel (23) aus Eritrea aufzunehmen, sagt Claudia Huber. Für die 60 Quadratmeter-Wohnung erledigt das junge Paar für die Hubers nun 60 Stunden im Monat alltägliche Aufgaben. „Gegen 14 Uhr kommt Samiel vom Integrationskurs zurück. Danach arbeitet er im Garten, baut Gemüse an und kümmert sich um Brennholz für den Winter“, erklärt die 45-Jährige den Arbeitsalltag.

Bald steht zudem ein Haus­umbau an: Wenn Schwiegervater Hans aus der Reha zurückkehrt, soll er behindertengerecht leben. Dabei warten auch auf Samiel einige Stunden Arbeit. „Samiel ist wirklich sehr bemüht, dass er alles gut macht. Und Weyni hilft im Haushalt. Sie ist sehr selbstständig und ordentlich“, bescheinigt ­Claudia ­Huber ihren neuen Mitbewohnern.

Vor ihrem Umzug zur Familie Huber lebten Samiel und Freundin Weyni in getrennten Flüchtlingsunterkünften in Schondorf bzw. im Raum Augsburg. Nun sind sie die ersten anerkannten Asylbewerber, die im Landkreis Landsberg über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ vermittelt wurden. Der Zeitpunkt ist ein Glücksfall, denn die beiden werden voraussichtlich im September Eltern. „Wir sind sehr froh, bei Familie Huber ein neues Zuhause gefunden zu haben“, freut sich Samiel. Durch das Zusammenleben lernen die beiden viel über das Leben in Deutschland – und bekommen auch Hilfe, etwa bei der Erledigung von Behördengängen. „Es ist ein Geben und Nehmen, wir unterstützen uns gegenseitig“, erzählt Claudia Huber.

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