Nur ein paar Meter schieben – Radeln in der Landsberger Fußgängerzone bleibt tabu

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TONI SCHWAIGER, Landsberg – Wer sein Radl liebt, der schiebt! Landsbergs Fußgängerzone bleibt für die radelnde Bevölkerung weiterhin Sperrbezirk. Mit großer Mehrheit hat sich der Bauaus­-schuss vergangene Woche gegen den Antrag der Grünen ausge­sprochen, die Ludwig­straße zwischen 18 und 9 Uhr für den Fahrradverkehr frei­zu­­geben. Nach Ansicht von Antragsteller Dr. Andreas Hartmann ist die Fußgängerzone im ge­nann­ten Zeitraum so wenig frequentiert, dass Radfahrer die Passanten nicht behindern könnten. Ordnungsamtsleiter Ernst Müller ist da ganz anderer Auffassung: „Die Wochenmärkte sind schon vor 9 Uhr sehr gut besucht und der Christkindlmarkt auch nach 18 Uhr.“ Darüber hinaus nehme in den schönen Sommermonaten der Fußgängerverkehr um diese Uhrzeit noch längst nicht ab, denn gerade die Außenbewirtungsflächen in der Ludwig­straße seien dann gut besucht. Ein „hohes Gefahrenpotenzial“ machte Axel Flörke (UBV) aus, wenn Radfahrer von der Neuen Bergstraße kommend mit hoher Geschwindigkeit in die Fuß­gängerzone einbögen. Gegen den Antrag der Grünen spreche weiterhin der allmorgendliche Schülerstrom vom Hauptplatz zum Ignaz-Kögler-Gymnasium. Auf die Gefahr, die Fußgänger­zone immer mehr aufzuweichen, wiesen sowohl Dieter Völkel (SPD) als auch Helmut Weber (CSU) hin. Und befanden unisono: „Die paar Meter kann jeder schieben.“ Diesem Gebot aber folgen offensichtlich nicht mal alle Stadtratsmitglieder, wie CSU-Chef Weber wusste. „Sie fahren durch und ich schiebe“, wandte er sich an Ratskollegin Traudl Lüssmann (Grüne). Sie hatte sich vehement für eine Freigabe eingesetzt und grund­sätzlich eine bessere Struk­tur für Fahrradfahrer gefordert. Eben diese Verbesserung soll es in absehbarer Zeit auch geben. So deutete Ordnungs­amtschef Ernst Müller an, dass man die Frage nach den Radwegebeziehungen im Zuge der geplanten Hauptplatzum­ge­staltung beantworten könne. Ohnehin hielt er aus Sicht der Verwaltung nicht viel vom Antrag der Grünen. Schon jetzt sei der Raum in der Fußgängerzone durch Ausnahmegenehmigungen für Stadtbus und Taxi sowie Lieferverkehr und die diversen Sondernutzungen zu bestimmten Zeiten sehr begrenzt. Müller sah in der Durchfahrtsmöglichkeit auch „keinen entscheidenden Vorteil“, denn die Ludwigstraße könne man ohne beziehungsweise mit geringem Umweg umfahren.

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